Banner

Exkursionsberichte

Exkursion nach Langenloh - Waischenfeld in der Fränkischen Schweiz
vom 31.05. - 03.06.2007

von Jörg Heimann

Pfeilzur Fotoseite   PfeilListe der beobachteten Insekten

Donnerstag, 31.05.2007

Der Vereinsvorsitzende Michael Woelky mit Ehefrau und Frau Stiesy, ebenfalls Jörg Heimann und Frau treffen im Gasthaus Thiem ein. Die familiengeführte Pension ist uns aus den vergangenen Jahren schon als sehr geeignetes Quartier bekannt - sowohl was die Unterbringung als auch die Lage betrifft. Unmittelbar an das Grundstück grenzt eine weite Wiesen- und Feldflur, die den kleinen Flecken Langenloh umgibt. Die Kirschblüte ist vorbei, dafür steht der Holunder in voller Blüte - und darauf zu finden u.a. Potosia cuprea und Gnorimus nobilis (Coleoptera). Nach den vergangenen regnerischen Tagen stehen die Wiesen gut im Kraut und das Getreide gut auf dem Halm. Die Ackerwitwenblume (Knautia arvensis), die Esparsette (Onobrychis viciifolia), Kornblume und Mohn bilden Anflugplatz für Tagfalter und Käfer (vgl.Insektenliste). Unübersehbar aber schon beim ersten Spaziergang das häufige Vorkommen von Aglais urticae (KleinerFuchs, Lepidoptera) und Phylloperta horticula (Gartenlaubkäfer). Gleich hinter dem Biergarten der Pension Thiem stellt Michael Woelky die ultraviolette Leuchtanlage auf. Nach 21.30 Uhr ist die Dämmerung vorgeschritten, und die ersten Kurzflügler (Coleoptera), Köcherfliegen (Trichoptera), Kleinschmetterlinge, Spinner und Spanner fliegen an und werden von Michael mit einer superpräzisen Digitalkamera Marke Panasonic DMC-FZ50 fotografiert.

Freitag, 01.06.2007

Vormittags Ausflug Heimann nach Ebermannstadt und auf die Burg Neideck (eine Gegend, die Jörg Heimann schon einmal erwandert hat) und Ausflug Woelky nach Pottenstein, dort Wanderung auf der Hochfläche, wo vor Jahren noch großflächig Sedum album (die „Fette Henne") wuchs, die Futterpflanze des Apollofalters. Raupen des Falters sind noch in den 70er-Jahren, als dort noch keine Häuser standen, von uns gefunden, fotografiert und so dokumentiert worden. Parnassius apollo fliegt dort seit der Besiedlung des Areals nicht mehr. Entomologisch und botanisch ist dieses Gebiet nur noch in einzelnen Nischen interessant, wo z.B. Orchideen wie das Brand-Knabenkraut Orchis ustulata L.fotografiert werden konnten.

Nachmittags Anreise der übrigen Exkursionsteilnehmer, einige in Begleitung ihrer Ehefrauen. Zunächst sei Herr Krüger genannt - als Fotograf, speziell an Insekten interessiert und mit professionellem Sachverstand, ausgerüstet mit einer Panasonic DMC-FZ50 Kamera nebst Zubehör, unverzichtbar für unsere Exkursion.

Es kommen Herr Schneider (Fachgebiet Coleoptera), ferner (mit ihren Ehefrauen): Herr Gerstberger (Fachgebiet Kleinschmetterlinge und Lepidoptera allg.) Herr Dr. Deckert (Fachg. Wanzen, Heteroptera) Herr Dr. Mey (Fachg. Köcherfliegen, Trichoptera) Herr Dr. Ziegler (Fachg. Zweiflügler, Diptera)

Michael Woelky (Fachg. Tagfalter) hat als Erster Vorsitzender des ORION im voraus schon eine Sammelgenehmigung zum Fang von Insekten eingeholt, ausgestellt von der Regierung von Oberfranken in Bayreuth, die besagt, dass einige Exemplare zur näheren Bestimmung der Natur entnommen werden dürfen.

Der abendliche Lichtfang gestaltet sich zur Zufriedenheit aller. Außer Kleinschmetterlingen und anderen Lepidopteren fliegen Käfer der Familien Staphylinidae, Scarabaeidae und Hydrophilidae an, ebenfalls obwohl der nächste Wasserlauf kilometerweit entfernt liegt - Köcherfliegen und Wasserwanzen. (vgl. Insektenliste)

Alles und jedes wird fotografiert. Mit den neuesten Digitalkameras ist alles möglich. Sobald eine noch so kleinste Motte mit der Taschenlampe am Lichtnetz geortet ist, führt Bernd Krüger das Objektiv an das Objekt heran, und dann zaubert der Blitz aus einer unscheinbaren graubraunen Motte eine Flügeldecke mit grazilen Zeichnungen und filigranen Farbmustern, auf denen - bei entsprechender Vergrößerung, auch das ist auf Knopfdruck möglich - die Behaarung und sogar die Beschuppung zu erkennen ist.

Samstag, 02.06.2007

Gemeinsamer Ausflug ins Aufseßtal. Von der Kuchenmühle aus wandern die Teilnehmer zunächst gemeinsam, dann ein jeder für sich talaufwärts. Die Frauen haben dann die längeren Wege gemacht, während die Männer „auf der Pirsch" - wen wundert's - länger an einem Ort, an einer Pflanze, an einem Insekt, an einem Baumstamm verharren. Beim nachmittäglichen gemeinsamen Essen im Restaurant der Mühle - Michael Woelky hat schon vorher die ausreichende Anzahl von Forellen bestellt - zeigen sich die Exkursionsteilnehmer zufrieden mit dem Verlauf des Tages. Bis jetzt haben wir gutes Sonnenwetter, so um die 23 -24°C, gehabt. Und was die Insektenwelt betrifft, so zeigen sich nicht nur die begleitenden Ehefrauen, sondern ebenfalls die Entomologen, besonders auch die beiden Fotografen Krüger und Woelky, erfreut über die vorgefundene Artenvielfalt der Region, die aufgrund ihres Muschelkalkbodens eine besondere Flora und Insektenfauna hervorgebracht hat. Für uns Brandenburger ist dies ja der Grund, weshalb unsere traditionelle Pfingstexkursion nicht das erste Mal in die Fränkische Schweiz geht. Auch an diesem Abend bildet wieder der Lichtfang, und wiederum erfolgreich, den Abschluss des Tages.

Sonntag, 03.06.2007

Für die meisten von uns der Abreisetag, doch Michael Woelky zieht es nach Wohnsgehaig, wo man auf 587 m ü.d.M. einen phantastischen Rundblick genießt, außerdem auf dem Trockenrasenareal eine artenreiche Tagfalterfauna antrifft.

Bernhard Krüger ist von der Insektenvielfalt sehr beeindruckt, so dass er seinen Aufenthalt in der Fränkischen Schweiz, in Langenloh, um Tage verlängert.

So haben alle Teilnehmer diese Wochenendexkursion in bester Erinnerung.

Pfeilzur Fotoseite PfeilListe der beobachteten Insekten