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Exkursionsberichte

Exkursion Dahlener Heide bei Schildau, Sachsen vom 16. bis 18. Mai 2008

von Jörg Heimann

Fotos von Bernd Krüger, Dr. Jürgen Deckert und Michael Woelky


Das Hotel „Zu den Schildbürgern" liegt in dem kleinen Ort Frauwalde, einsam gelegen, entfernt von und zwischen allen Autobahnen, von Berlin aus zu erreichen über Wittenberg und Torgau.

Nicht Mittelgebirge, auch nicht das platte Land, sondern leicht welliges Gelände, das die Eiszeiten hier in Form von mergeligem und sandigem Geschiebe hinterlassen haben.

Michael Woelky und Ehefrau kamen schon am Donnerstag, ebenso Frau Stiesy und das Ehepaar Krüger – der erste Vorsitzende und der Hoffotograf erkundeten schon mal das Gelände.

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Am Freitag, dem 16. Mai trafen ein – in Begleitung ihrer Ehefrauen – die Herren Gerstberger, Otfried Woelky, Dr. Eckl, Dr. Mey, Heimann, Theimer, Dr. Deckert, Dr. Ziegler, sowie die Herren Kunze, Gottwald, Dralle und Frau Reindl.

Später gesellte sich noch als Spätanreisender Roland Herrmann dazu, der die Fraktion der Tagfaltersammler verstärkte.

Und so war, wie auf allen ORION-Pfingstexkursionen, wieder die gute Vereinsmischung aus Aktiven und ihren Partnerinnen am Exkursionsort. Insgesamt 26 Personen.

Spezialisten für Tagfalter, Kleinschmetterlinge, Käfer, Köcherfliegen, Fliegen und Wanzen erkundeten die Dahlener Heide, die – wie wir anderntags erfahren sollten – zeitgleich von Geografiestudenten der Universität Leipzig erkundet wurde. Einige von uns halfen den jungen Leuten beim Ausfüllen ihrer Fragebögen, bei denen es um das Naherholungsgebiet der Leipziger ging.

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Als man sich beim Abendessen im „Festsaal" traf, hatten die Einzelnen schon ihren ersten Exkursionsgang mehr oder weniger erfolgreich getätigt, und großes Palaver hin und her begleitete das abendliche Essen, wobei sich das Hotel „Zu den Schildbürgern" durch seine Speisekarte von seiner guten Seite zeigte.

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Das abendlich-nächtliche Leuchten fand an zwei Orten statt: einmal gleich hinter dem Hotel und einmal weiter draußen hinter einem Schwanenteich. Es ergab an diesem Tage aber nicht den gewünschten Erfolg. – Warum musste auch ausgerechnet heute, wo es nachmittags bewölkt war, abends der Vollmond scheinen – bei entsprechender Kühle!

Der Samstag begann sonnig – und blieb es auch.

Wir fuhren einige wenige Kilometer nach Sitzenroda, wo Michael Woelky und Bernd Krüger tags zuvor schon eine viel versprechende Wiesenlandschaft mit Waldrändern ausgemacht hatten.

Gleich zu Beginn, bevor alle auseinander laufen konnten, wurde das obligatorische und für jede Vereinschronik unentbehrliche Gesamtfoto gemacht, und danach pflegten dann nur noch die Frauen spazierengehenderweise Gemeinsamkeit.

Die Männer, einzeln oder in Kleinstgruppen, widmeten sich der Beobachtung, dem Fotografieren oder (mit amtlicher Ausnahmegenehmigung!!!) dem Fang von Insekten.

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Den sonnigen Nachmittag ließen dann einige von uns im Freien vor dem Hotel ausklingen, wo man am Schwanenteich sich Kaffee und Kuchen oder ein Bier genehmigte.

Nur selten mal kam ein Automobil die kleine Landstraße lang gefahren, auch andere Wochenendurlauber machten hier halt, um eine Kaffeepause einzulegen.

Und dann kam der kräftige Landregen, der uns ins Hotel flüchten ließ, wo ohnehin schon bald darauf das Abendessen bestellt wurde.

Nach dem Regen blieb es bewölkt und, anders als gestern, wärmer. Das Leuchten gestaltete sich entsprechend erfolgreicher, wie es auf den Artenlisten nachzulesen ist.

Jedes Insekt auf der Gaze des Leuchtturms wurde von Bernd Krüger und Michael Woelky fotografiert und gleich digital vergrößert.

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Für die Akteure wie für die Betrachter eine beeindruckende Sache, wie auf einer scheinbar grauen Motte filigrane Zeichnungen in den herrlichsten Farben leuchteten – auf dem Display der Kamera.

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Am Sonntag traten dann die meisten die Heimreise an. Es schien kein schöner Tag zu werden – wurde es dann aber doch!

Fam. Michael Woelky, Fam. Dr. Eckl, Fam. Gerstberger und Fam. Heimann fuhren nach Belgern. Herr Kunze und Herr Gottwald suchten sich ein anderes, ein entomologisches Tagesziel.

Belgern, an der Elbe gelegen, bot sich zu einer kurzen Besichtigung an – immerhin steht auf dem Marktplatz dort ein Roland von 1601!

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Interessant wurde es dann auf der weiteren Spazierfahrt nach Tarau. Es ging durch eine äußerst schmale Waldstraße, zwar asphaltiert, aber schmal wie ein Fahrweg, der an einer Stelle direkt durch ein Sumpfbiotop führte, mit Waldteich, Staustufe und einem sumpfigen Wiesengrund mit Schilf und Binsen.

Herr Heimann ließ es sich nicht nehmen, hier anzuhalten und zu Keschern. Und es kamen doch einige Chrysomeliden Käfer zum Vorschein.

Auch dieser Tag war nicht nur was das Wetter betrifft, ein schöner Tag – wie die vorherigen Tage auch.

Nicht nur die entomologische „Feldarbeit", wie es so schön heißt, ist zu ihrem Recht gekommen, sondern auch das Vereinsleben.

PfeilListe der beobachteten Insekten