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Exkursionsberichte

Exkursion Naturpark Schlaubetal vom 24. bis 26.Mai 2013

von Frank Gabriel

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Gemäß allen zugänglichen Berichten der Altvorderen des Vereins ORION e. V. bildete der Dreiklang

  1. eine mehrtägige ORION-Exkursion
  2. die gewählte Region des Exkursionsgebietes sowie
  3. der konkrete Zeitpunkt ihres Stattfindens

in der Vergangenheit eigentlich stets die Garantie dafür, dass gutes Wetter den Exkursionsteilnehmern ständiger Begleiter ihrer vielfältigen Interessen sei. Weshalb also sollte es 2013 anders sein, auch wenn sich die Vorhersage für ganz Deutschland alles andere als verheißungsvoll darbot?

Getreu dem Grundsatz, dass die Angaben eines Wetterberichts stets zutreffen, nur die Regionen eben nicht, für die sie ursprünglich gedacht waren, bestand demnach auch für dieses Jahr die Hoffnung, ungeschoren davon zu kommen. Aber es kam dann, wie es kommen musste - nämlich anders.

Die ersten Teilnehmer der Exkursion des ORION e.V. in das Schlaubetal trafen bereits am Donnerstag im „Forsthaus Siehdichum" und in Gästehäusern in den umliegenden Dörfern ein. Bei (hier noch) bestem Exkursionswetter bot sich am Folgetag eine erste Habitatinspektion auf dem Rundweg „Siehdichum" an, wobei sich bereits andeutete, dass der dicht bewaldete Bereich des Verlaufs der Schlaube für Tagfalterexperten eine geringere Chance versprach, auf Vertreter „ihrer" Spezies zu treffen. Noctuidae-Raupen verschiedener Unterarten hingegen waren an nahezu jedem verfügbaren Blatt anzutreffen.

In weiterer Folge blieb dann auch noch Zeit für die eine oder andere Besichtigung einer der im Schlaubetal befindlichen Mühlen.

Nach dem Eintreten der Dunkelheit kamen trotz ungünstiger Bedingungen (niedrige Temperaturen, fast Vollmond) einige Nachtfalter ans bereitgestellte Licht. Dabei ließen sich endlich auch wieder mehrere Maikäfer blicken. Sie konnten von Manchem lange nicht mehr in größerer Anzahl beobachtet werden. Ihr Auftreten bot willkommenen Anlass zum Austausch von Erlebnissen aus fast vergessener Zeit, als nicht melolontha, hippocastani oder pectoralis zum Sammlungsziel auserkoren waren, sondern Müller, Schornsteinfeger und Kaiser.

Am Sonnabend dann der Höhepunkt: die gemeinsame Exkursion von Vereinsmitgliedern des ORION e. V., seinen Gästen, geschätzten Fachleuten und Interessenten durch einen Teil des Schlaubetals. Ausgangspunkt war das „Forsthaus Siehdichum". Ein Wanderweg führte uns entlang der Schlaube bis zum „Kupferhammer", einer einst wasserbetriebenen Kupferschmiede, später Mühle und heute Ausflugsziel mit Möglichkeit zur Einkehr. Begleitet wurde sie mit den fachkundigen Informationen von unserem Mitglied Prof. Dr. Dieter Barndt, der den 40 Teilnehmern nicht nur geospezifische Informationen zur Entstehung dieser besonderen Landschaftsform mit auf den Weg gab, sondern auch mit besonderen Kenntnissen zur kulturhistorischen Entwicklung – gespickt mit sehr interessanten Details der Besonderheiten von Flora und Fauna – aufwartete. Das machte die Tatsache fast vergessen, dass pünktlich zum Abmarsch Regen einsetzte, der andauerte und an Intensität zunahm. Überhaupt schien alles sich dem Leitthema „Wasser" unterzuordnen, denn nicht nur die Exkursionsteilnehmer waren an diesem Tag trotz des Wetters aktiv. So ließ ein Dammwildrudel einige nahe Regenfotos zu, auf der Schlaube waren Gerridae unterwegs, ein Biber zeigte sich am anderen Ufer, und auch bei den Familien Haubentaucher und Gänsesänger spielte ein trockener Unterschlupf eher keine Rolle.

Die Käferinteressierten sahen sich - begleitet vom Vereinsnachwuchs – darüber hinaus noch im "Urwald" Fünfeichen (Samstag) und Weißer Berg bei Lawitz (Sonntag) um, nachdem sie am Freitag bereits die Umgebung der Ragower Mühle untersucht hatten. Für sie war die Exkursion allein schon gemäß der Mitteilung von Jens Esser über den Fund einer Käferart, die seit Anfang der 1970er Jahre in ganz Ostdeutschland als verschollen gilt, ein voller Erfolg!

Trotz des Wetters kam niemals schlechte Laune auf. Richtig sauer war am Ende nur die Milch zum Kaffee, aber das ist dann schon wieder eine andere Geschichte.

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