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Exkursionen

Chorin / Schorfheide vom 09. - 10. Juni 2017


Abb.1
Abb. 1: Triplax collaris

Ein Vorschlag von unserem Mitglied Tobias Mainda (vielen Dank dafür) führte die Entomologische Gesellschaft Orion im 127. Jahr ihres Bestehens in die Umgebung von Chorin im brandenburgischen Landkreis Barnim. Die Gegend ist in der brandenburgischen Entomologiegeschichte wiederholt Ziel von Exkursionen gewesen. Viele verdiente Kollegen kannten und schätzten die Region oder tun dies noch heute. Unser Geschäftsführer Hubert Woelky hat sich dankenswerterweise um die angenehme Unterbringung bemüht.


Folgerichtig waren am Samstag bei mildem und heiterem Wetter die buchengeprägten Waldbereiche östlich des Amtssees das Ziel, aber auch die anschließende Feldmark des Ortes Brodowin. Die Wälder mit ihrer abwechslungsreichen Oberflächengestalt beherbergen zahlreiche versumpfte und vermoorte Senken mit z. T. noch weitgehend intakten Mooren. Hier wurde vor knapp hundert Jahren auch eine Stenus-Art (Staphylinidae, Kurzflügelkäfer) gefunden, die seinerzeit als neue Unterart beschrieben und später als eigene Art angesehen wurde. Der Versuch eines Wiederfundes, um dann noch offene taxonomische Fragen klären zu können, war der Anlass für die Exkursion nach Chorin. Leider konnte dieses ambitionierte Ziel nicht erreichet werden, stattdessen wurden viele andere Arten nachgewiesen, die teilweise bislang wenig beobachtet wurden. Größere Windwurfflächen und Habitatstrukturen an lebenden und toten Bäumen boten zahlreichen Arten Lebensraum. Ein Höhepunkt war der Nachweis des Baumschwammkäfer (Erotylidae) Triplax collaris (Abb. 1), der zahlreicher an den Fruchtkörpern des Pilzes Pleurotus pulmonarius (Lungen-Seitling, Abb. 2) zu finden war. Begleitend fand sich noch Triplax aenea (Abb. 3).

Die Lichtfänge des ersten Abends waren zumindest auf Seiten der Schmetterlinge bemerkenswert, für Käfer waren Witterungsbedingungen ungünstig. Die von Hubert Woelky organisierten Räumlichkeiten und Verpflegung ließen die Anstrengungen und Blessuren der Aktiven schnell vergessen. So konnte in und vor dem Hotel gefachsimpelt, Neues geplant oder Jägerlatein ausgetauscht werden.

Das Wetter zeigte sich innerhalb einer schon länger andauernden wechselhaften Phase sehr rücksichtsvoll gegenüber den Interessen der Teilnehmer.

Wer hat das wohl organisiert…

Jens Esser

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