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Käfer
Berlin-Brandenburg
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Käfer (Coleoptera)

Beobachtungen zum Habitat der Nashornkäfer (Oryctes nasicornis L.)
im Garten

von Bernd Schulze

Den ersten Kontakt mit Nashornkäfern hatte ich etwa 1962 bei einem Besuch in einer Lederfabrik (Hessen), in der noch nach altem Rezept mit frischer Eichenlohe (gemahlene Eichenrinde) Sohlenleder in Gruben gegerbt wurde. Nach vielen Monaten Gerbeinwirkung auf die Rinderhäute wurde das verbrauchte gerbsäureärmere Material bis zum späteren Gebrauch als Mulche für Erdbeer- und Apfelbaumanpflanzungen noch einige Jahre deponiert. In diesem Substrat habe ich erstmalig gesehen, was auf den Bildern aus dem frühen Frühjahr 2005 aktuell dokumentiert ist.

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Der jetzige Fundort ist jedoch ein Komposthaufen mit dem gut verrotteten Pflanzenmaterial aus einem Berliner Kleingarten. Es sind Käfer, deren ausgewachsene und auch jüngere Larven vorhanden, und als Solist ein fertiger Rosenkäfer (Protaetia cuprea F.).

Nashornkäferlarven habe ich regelmäßig in reinem Laubkompost, der überwiegend aus Ahorn -, Eichen - und Birkenblättern bestand, gefunden und einmal erhielt ich einige aus gut abgelagertem Rindermist - Kompost eines benachbarten Berliner Bauernhofes.

Die abgebildete Puppe war im Spätsommer/Frühherbst vorhanden und ergab noch vor dem Winter einen Käfer, der sich bis zum nächsten Jahr in der Erde verbarg.

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Es gibt Belege dafür, dass sich Nashornkäfer durch menschliche Aktivitäten aus Südeuropa über die Alpen in nördlicher Richtung ausgebreitet und sich dabei an neue Lebensbedingungen, und zwar im Garten- und Landbau , angepasst haben. Bereits aus dem Hochmittelalter sind Hinweise auf eine Besiedelung von Menschen geschaffener Habitate bekannt. Wie ursprünglich entwickeln sich die Tiere aber auch heute noch in morschem Holz.

Nashornkäfer sind nachtaktiv und verbergen sich am Tag in den oberen Bodenschichten. Obwohl Sie zu den größeren und auffallenderen mitteleuropäischen Käfern gehören, sind sie wegen Ihrer Lebensweise für den Naturbeobachter nur zufällig zu finden und dann meist nur nachts unter einer hellen Lampe Ende Mai - Juni.

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