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Protokoll der gemeinsamen Versammlung von FG Entomologie Berlin und ORION im Naturkundemuseum vom 11.01.2005

Vorsitzender: Thomas Ziska

Anwesend: 6 Mitglieder FG, 10 Mitglieder ORION, 2 Gäste

Thema: Zum Jahreswechsel: Ergebnisse 2004 und Projekte 2005.


Thomas Ziska eröffnete den Abend und wünschte allen Anwesenden ein gutes neues Jahr 2005.

Verlesung des Protokolls vom 14.12.2004 durch Uwe Heinig.

Den Vortrag zum Thema des Abends hielt Manfred Gerstberger, wobei das Thema "Ergebnisse 2004 und Projekte 2005" abgewandelt wurde zu "Situation der entomologischen Arbeit in Berlin und Aufgaben der Vereine".

Vier Punkte sprach der Vortragende an: das Problem des fehlenden Nachwuchses, die Öffentlichkeitsarbeit der Vereine, die Lokalfaunistik und die Naturschutzarbeit in der Region. Aspekte der Überlegungen waren u.a. ob wir zu viele Vorträge bieten? Oft wird über den Mangel an Vortragsthemen zu den Vereinsabenden geklagt. Dabei bieten FG Entomologie, ORION und der Käferstammtisch bis zu drei Vorträge monatlich. Vergleichbares findet man in keiner anderen Stadt! Leider spielt Entomologie allgemein weder in der Schule noch an den Universitäten Berlins eine nennenswerte Rolle. Allgemein-Kenntnisse fehlen, die Studenten befassen sich nur noch mit sehr speziellen Forschungen. Es gibt keinen Allround-Professor mehr, wie in früheren Jahren! Diese Entwicklung ist der Nachwuchsförderung abträglich. Dazu zitierte Manfred Gerstberger eine Resolution der Münchner Entomologischen Gesellschaft (siehe Anhang).

Zur Öffentlichkeitsarbeit: Die Gelegenheit der Präsentation der Vereine während der "Langen Nacht der Museen" wird wahrgenommen, in Publikationen des NABU war die FG vertreten, die "Märkischen Entomologischen Nachrichten" stellen eine gute Publikationsmöglichkeit für Entomologen Berlin-Brandenburgs dar, machen unsere Arbeit bekannt und im Internet sind beide Vereine präsent. Exkursionen stellen eine Möglichkeit dar Anschluss zu finden und vielleicht kommt doch hin und wieder ein junger Entomologe in einen der Vereine... Wünschenswert wären noch Aktionen im Ökowerk oder einem der Freilandlabore, z.B. Lichtfangabende.

Nach Meinung des Vortragenden sollte lokalfaunistische Arbeit im Naturkundemuseum angesiedelt sein und dafür auch notwendige Planstellen geschaffen werden. Z.Z. befinden sich Käfer- und Schmetterlingssammlungen mit lokalfaunistischem Charakter im Aufbau, betreut durch den ORION. Andere Insektengruppen zu ergänzen wäre wünschenswert.

Zum Punkt Naturschutzarbeit zitierte der Vortragende ebenfalls die Münchner Entomologische Gesellschaft: "Man kann nur schützen, was man kennt". Die Bedingungen für entomologische Forschungen müssen besser werden, Genehmigungsverfahren einfacher und schneller! Hier sollte über den BFA Entomologie versucht werden, die in den einzelnen Bundesländern bzw. Kreisen sehr unterschiedliche Praxis zu vereinheitlichen. Die Zusammenarbeit von NABU-Strukturen, lokaler Entomologen und Naturschutzbehörden sollte gefördert werden. Heute ist die Erlangung einer Ausnahmegenehmigung oft sehr langwierig und schwierig. Diskussionsbeitrag von Klaus Dörbandt: Neues Personal und neue politische Vorgaben führen z.Z. im Land Brandenburg zu unmöglichen Verfahren. Man wartet lange Zeit um dann lange Schreiben zu erhalten in denen nichts von dem Beantragten genehmigt wird.

Carsten Anderssohn hat seinen Antrag im Januar 2004 gestellt, bisher ohne Erfolg...

Letztes Thema des Abends war eine Diskussion über die Nutzung des Internets für Publikationen und Neubeschreibungen. Hier entspann sich eine kurze Diskussion über das für und wider und über die Möglichkeiten, die man hat.

Die Sitzung endete gegen 20.30 Uhr, der gesellige Teil folgte wie immer im Lokal "Derya".

Uwe Heinig (Schriftführer FG)