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Protokoll der gemeinsamen Versammlung von FG Entomologie Berlin und ORION im Naturkundemuseum vom 8.03.2005

Vorsitzender: Thomas Ziska

Anwesend: 11 Mitglieder FG, 9 Mitglieder ORION, - Gäste

Thema: Arbeitshilfen zum Bestimmen von Schmetterlingen (Lepidoptera).


- Verlesung des Protokolls vom 8.02.2005 durch Jörg Heimann.

- Info zum 24. Märkischen Entomologentag (16.04.2005, Ökowerk Berlin).

Zum Thema des Abends berichtete Manfred Gerstberger über selbst erstellte Arbeitshilfen zum Bestimmen von Schmetterlingen, die Schlüssel, Zeichnungen und Abbildungen aus verschiedenen Literaturquellen kombinieren. Hintergrund ist, dass oft Beschreibungen von Merkmalen einzelner Arten, verschiedene Terminologie und Zeichnungen/Abbildungen in verschiedenen Literaturquellen "verstreut" sind und eine Zusammenfassung der Angaben während der Determinationsarbeit sehr hilfreich ist.

Auf Folien zeigte der Vortragende ein Kladogramm der Lepidopteren von den "Urmotten" bis zu den am weitesten entwickelten heutigen Schmetterlingen, die z.T. mit Hörorganen ausgestattet sind. Weiterhin wurden die Familien in systematischer Reihenfolge, die Familien der "Urmotten", Bestimmungshilfen für die Gattungen Micropterix und Eriocrania, für die Unterfamilien der Eulenfalter und die für die Bestimmung wichtigen Fühler der Noctuidengattung Ortosia gezeigt.

85 Schmetterlingsfamilien mit 8.470 Arten kommen in Europa vor, 76 mit 3.602 Arten in Deutschland, davon 71 mit 2.474 Arten in Berlin-Brandenburg. Der Anteil der Tagfalter an der Gesamtartenzahl beträgt nur etwa 5%. Im weiteren Vortrag ging Manfred Gerstberger überwiegend auf die so genannten "Micros" ein, sein Spezialgebiet. Die Bezeichnungen "Microlepidoptera" und "Macrolepidoptera" sind unwissenschaftlich und unzutreffend, denn es gibt "Micros", größer als viele "Macros" und umgekehrt "Macros", die kleiner als "Micros" sind.

Besonders ausführlich vorgestellt wurden die Familien der "Urmotten" und ihre wichtigen Unterscheidungsmerkmale an den Hinterflügeln sowie die "krausen Haare", einen Haarschopf den viele der Arten aufweisen. Auf Dias wurden diese Merkmale nochmals gezeigt und dazu die Unterschiede dieser Schmetterlinge zu den Köcherfliegen erläutert. Diese liegen insbesondere in der endophagen Lebensweise begründet. Gezeigt wurden mehrere Arten, darunter Vertreter der wohl den meisten Anwesenden bekannten Langhornmotten wie auch die Dörrobstmotte. Im Totholz leben Palpenmotten, die z.T. sehr farbenfreudig sind. Besonders bizarr sehen die Federmotten, auch Geistchen genannt, aus. Zu allen gezeigten Arten wurden die Lebensräume besprochen. Gleiches gilt auch für einige Vertreter der Eulenfalter, die vom Vortragenden ebenfalls besprochen wurden.

(Übersicht der Arten im Anhang dieses Protokolls)

Leider wurde der Vortragsfluss durch den mehrfachen Ausfall des Diaprojektors gestört. Ein sicher funktionierendes Gerät wäre wünschenswert!

Fragen: Michael Woelky wollte wissen, ob "Micros" genadelt werden, und welche Nadelgrößen empfehlenswert sind: Alle Tiere müssen genadelt werden, was mit den heute verfügbaren Nadeln der Stärke 0 oder verschieden starken Minutiennadeln auch kein Problem darstellt. Die Präparationstechnik wurde kurz erklärt. Weitere Frage, wie "Micros" beim Lichtfang getötet und transportiert werden: Töten mit üblichem Tötungsglas, am besten gleich nadeln. Der Transport kann auch sehr vorsichtig zwischen Wattepolstern erfolgen. Lebendtransport ist sehr schwierig.

Dirk Kunze fragte nach der Fototechnik für die Nahaufnahmen: Hier kam eine normale Kamera mit Macroobjektiv zum Einsatz. Die Aufnahmetechnik wurde kurz erklärt.


Die Sitzung endete gegen 20.30 Uhr, der gesellige Teil folgte wie immer im Lokal "Derya".

Uwe Heinig(Schriftführer FG)