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Protokoll der gemeinsamen Sitzung von FG Entomologie und ORION im Naturkundemuseum vom 12.4.2005

Vorsitz: Thomas Ziska
Anwesend: 8 Mitglieder FG, 12 Mitglieder ORION, 1 Gast
Thema: Anmerkungen zur Libellenfauna Neu-Guineas – Odonata
Referent: Dr. Matthias Hartung

Eröffnung der Sitzung durch Thomas Ziska und Verlesung des Protokolls durch Uwe Heinig


Dr. Hartung zeigte zunächst auf einer Karte den Westteil der zu Indonesien gehörenden Insel Neu-Guinea, im äquatorialen Bereich liegend und überwiegend von Sumpfwäldern des Regenwaldes bedeckt, aber von einem bis zu 5000m hohen Zentralgebirge durchzogen.

Im Auftrage der Leipziger Gesellschaft „Phyllodrom“ – Verein zur Erhaltung der Regenwälder  - hatte Dr. Hartung Gelegenheit, in Leipzig an die Tausend Libellen zu determinieren.

Das Ergebnis dieser Arbeit fasste er in dem heutigen Vortrag zusammen, den er auch schon anlässlich des internationalen Libellenkongress in Schwerin hielt.

Heute ernannte und erklärte er einzelne Arten, z.B. die aus einem Sumpftal in 3000m Höhe, wo trotz Äquatornähe Temperaturen um die 0* C. herrschen – wohl bemerkt das ganze Jahr über, ohne den bei uns üblichen Jahreszeitenwechsel, und insofern ein ungewöhnliches Habitat.

Die Libellen dort zeigen denn auch als Besonderheit eine auffällige Behaarung des Thorax, namentlich die Gattung Oreagrion.

Die meisten von Dr. Hartung determinierten Libellen stammten aber aus niederen Regionen.

So stellte er an einer Verbreitungskarte die Vorkommen u.a. der Gattung Orthetrum dar. Während Orthetrum sabina weltweit verbreitet ist, gibt es im Baliental endemisch die Species – viduatum.

Von der Art Arrhenocnemis amphidactylis, von der in der Leipziger Sammlung bisher nur männliche Individuen bekannt waren, fand Dr. Hartung ein weibliches Tier.

Auch zu der Art Rhinocypha tincta ssp. fand sich die zu unterscheidende Rhinocypha sagitta versus retrograda.

Alles im allem, so der Referent, sei eine derartige Bestimmungsarbeit nur auf der Basis weltweiter Korrespondenz der Spezialisten zu machen, da die jüngste Literatur 50 Jahre alt sei.

Anschließende Fragen:

Thomas Ziska zur Frage der Präparation von Libellen, auch im Hinblick auf die Erhaltung der Farben.

Antwort: Man töte die Libellen in Aceton. Das getötete Tier mitsamt der Tüte in einem Glas mit Aceton transportieren. Die Präparierbarkeit ist gewährleistet, die Farben bleiben erhalten.

Michael Woelky zur Frage der Reisemöglichkeit nach Neu-Guinea.

Antwort des Referenten, er sei speziell in dieser Region noch nicht gewesen. Man sei auf die touristischen Angebote angewiesen.


Ende der Sitzung gegen 20.00 Uhr – anschließend entomologische Unterhaltung im „Derya“

Jörg Heimann