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PROTOKOLL der gemeinsamen Versammlung von FG Entomologie und ORION im Naturkundemuseum am 14. März 2006

Anwesend: 11 Mitglieder der Fachgruppe, 11 des ORION, 1 Gast

Thematik des Abends:

Entomologische Projekte der Vereine im laufenden Jahr


Eröffnung der Sitzung durch Thomas Ziska

Verlesung des Protokolls durch Uwe Heinig

Thomas Ziska weist auf den 25. Märkischen Entomologentag am 1./2. April 2006 in Bad Liebenwerda hin.

Anschließend stellte er ein Projekt der Fachgruppe vor – wobei er bedauerte, dass heute keine Möglichkeit des Anschlusses an den Beamer bestünde. So referierte er ohne Bildmaterial.

Zunächst wies er auf das bereits abgeschlossene Projekt Biesenhorster Sand der Fachgruppe hin, dessen entomologische Ergebnisse bereits in einem Sonderdruck der Entomologischen Nachrichten veröffentlicht wurden.

Seit 2005 untersuchen Mitglieder der Fachgruppe als Projekt das Tegeler Fließtal, das sich in SW-NO-Richtung von Reinickendorf über Pankow bis Schildow erstreckt.

Als ein problematischer Schwerpunkt ist zu nennen: Das ausgedehnte Sumpfgebiet an der Berliner Stadtgrenze zwischen Lübars und Schildow, das Quellgebiet der Osterquellen, welches außerhalb der angelegten Wege unpassierbar ist.

Auch die Uferbereiche des Köppchensees und der verlandete Teil des Hermsdorfer Sees gelten als artenreiche Habitate für ein geplantes Monitoring der Schmetterlinge, Käfer, Heuschrecken, Libellen.

Manfred Gerstberger und Michael Woelky meldeten sich zu Wort, die ihr Interesse an dem Projekt zeigten und auf entomologische Ergebnisse aus Westberliner Zeit aufmerksam machten.

Daten von Schmetterlingen aus den 60er Jahren, auch jüngere lägen vor, und Käferfunde, Mengen von konservierten Käfern von Professor Korge seinerzeit mit Studenten der PH, später der TU, gesammelt, müssten noch in Räumen der TU gelagert sein.

Thomas Ziska gab nach seinem Bericht das Wort an Manfred Gerstberger weiter.

Zwischendurch meldete sich Michael Woelky zu Wort. Er wies auf die Zehlendorfer Rehwiesen hin, wo sich eine rührige Interessengruppe Rehwiese um die Erforschung und den Erhalt der dortigen Tier - und Pflanzenwelt kümmere. Im Juni soll im Schlosspark Glienicke der Tag der Artenvielfalt stattfinden.

Manfred Gerstberger erklärte sodann, dass der ORION als Verein kein spezielles Projekt plane.

Er berichtete von Aktivitäten stets Einzelner, z.B. der Münchener Entomologen, die unabhängig von einander in entfernten Ortschaften wohnen, sammeln und forschen und sich ad hoc treffen.

Sein bevorzugtes Interesse gilt den landesinneren Salzstellen, wo der Queller als wichtiger Indikator Habitate von halophilen Insekten anzeigt.

Eine Zusammenstellung der verschiedenen Salzinseln im Lande wäre ein lohnendes Projekt, besonders aud dem Internetwege. Diese moderne wie einfache und schnelle Kommunikation gelte es dabei zu nutzen.

Anschließend streifte Manfred Gerstberger noch ein Thema aus dem Nabu-Bundesfachausschuß Biologie, zu dem er im Rahmen des Münchener Entomologentages eingeladen war. Es ging mal wieder um das leidige Thema Sammelgenehmigungen, bei dem es immer wieder schwer ist, dem Nabu-Bundesvorstand zu erläutern, dass man einige Insekten, um sie genau zu determinieren, auch töten muß.

Auch der von den Entomologen sich selbst auferlegte „Ehrenkodex" kann die Nabu-Vorstände nicht überzeugen.

Soweit Manfred Gerstberger.

Michael Woelky erwähnte dann doch noch ein – allerdings sehr „handwerkliches" Projekt des ORION, nämlich die zu erwartende Arbeit des Umsteckens der vereinseigenen Käfer-Bestimmungssammlung in neue Kästen.

Thomas Ziska schloß die Sitzung um 20.20 Uhr – mit dem Hinweis auf weitere entomologische Unterhaltung im Wirtshaus.

Jörg Heimann