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Protokoll der Sitzung vom 22.04.2008

Anwesend: 14 Mitglieder, 2 Gäste

Vorsitz: Michael Woelky

Beginn: 17 Uhr


Wie immer Bestimmung von Insekten und Aufstellung von weiteren Kästen der Sammlung.

Neu für die Bibliothek: Publikationsliste von Dr. Lars Hendrich 1985-2008 auf DVD.

Ab 19 Uhr im Hörsaal Bericht über Marienkäfer.

Der Vortragende Herr Joachim Schulze berichtet über die Familie Coccinellidae (Marienkäfer) von denen es ca 5600 Arten auf der Welt gibt. Davon kommen 230 Arten in 40 Gattungen in Europa und 81 Arten in Deutschland vor, ca. 70 in der Mark.

Die beliebten Marienkäfer haben viele deutsche Namen (z.T. Dialekte und Mundarten). Im deutschsprachigen Raum sind ca. 1700 Namen bekannt z.B. Gotteskalb, Sonnenkälbchen, Jungfernkäferchen, Mutschekiebchen (in Sachsen) und Himmugüegeli in der Schweiz.

Die Familie wird in mehrere Unterfamilien und viele Triben eingeteilt. Die Epilachninae, die in Deutschland mit drei Arten vertreten sind, gehören zu den Pflanzenfressern. Die anderen ernähren sich von Blatt- und Schildläusen und einige Arten von Mehltaupilzen (z.B. die Gattung Psyllobora).

Im System stehen die Coccinellidae bei den Corylophidae und Endomychidae, unterscheiden sich aber von allen anderen Familien durch das Vorhandensein eines Sipho im männlichen Genitale. Im Bild werden die genaue Lage desselben und das Genital verschiedener Arten, welches bei der Determination sehr wichtig ist gezeigt. Auch das Receptaculum seminis der Weibchen sind bei der Bestimmung sehr hilfreich.

Nach der Diapause findet die Kopulation statt, selten schon vor der Überwinterung. Eine Kopulation reicht für dauernde Fruchtbarkeit, meist finden aber mehrere statt. Die Weibchen legen die Eier meist portionsweise ab. Die Eizahlen schwanken, so legt Coccinella septempunctata bis 700 Eier.

Die meisten Arten haben nur eine Generation im Jahr, der Siebenpunkt selten auch zwei (aber in Indien 15-20 im Jahr!!). Die Lebensdauer ist meist nur ein Jahr. Calvia überwintert oft zweimal, bei Stethohus und Harmonia axyridis sogar drei Überwinterungen.

Larvenstadien vier (= 3 Häutungen) selten fünf. Die Puppe bleibt in der Larvenhaut, deren Rücken nur aufreißt, oder die Haut wird nach hinten geschoben. Die Puppendauer beträgt 10-14 Tage.

Anschließend wurden noch Bilder von Genitalien verschiedener Arten und Habitusbilder gezeigt, sowie ein Kasten mit heimischen Arten.


Schluss der Sitzung gegen 21 Uhr mit anschließender Nachsitzung in den Chausseestuben.

Joachim Schulze