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PROTOKOLL der gemeinsamen Versammlung von FG Entomologie Berlin und ORION im Naturkundemuseum vom 13.05.2008

Vorsitzender: Michael Woelky

Anwesend: 7 Mitglieder FG, 9 Mitglieder ORION, 1 Gast

geplantes Thema war: To bee or not to bee - die frühe Evolution von Grabwespen und Bienen (Hymenoptera).


Michael Woelky begrüßte die Teilnehmer und teilte mit, dass der Vortrag von Dr. Ohl leider ausfallen muss, da der Referent erkrankt ist. Stattdessen hat Manfred Gerstberger einen Kurzvortrag über Kleinschmetterlinge vorbereitet.

Info über einen Termin des BUND am 24./25.05.2008 mit dem Titel „Abenteuer Faltertage". Hier sollen Schmetterlinge gezählt und die Ergebnisse an den BUND gemeldet werden.

Es folgte die Verlesung des Protokolls vom 8.04.2008 durch Uwe Heinig.

Manfred Gerstberger informierte über zwei Wicklerarten, die in Brandenburg bzw. Berlin nachgewiesen wurden, im übrigen Deutschland aber nicht.

Cydia larseni (Rebel, 1903) wurde im Zeitraum 1986 bis 2004 an Teufelsberg und Pimpinellenberg bei Oderberg im Land Brandenburg gefunden. Flugzeit war Ende April bis Anfang Juni. Die nächsten bekannten Fundorte dieser aus Bozen/Südtirol beschriebenen Art finden sich aktuell in Tschechien. Im dem Fundort nahe liegenden Polen ist die Art noch nicht nachgewiesen.

Die Entwicklungspflanze ist bisher unbekannt, vermutet wird jedoch, dass es sich um die Kronwicke (Coronilla varia) handelt, die am Fundort zahlreich wächst. Die Entwicklung der Raupen dürfte, wie bei verwandten Arten, im Stängel bzw. Wurzelstock stattfinden.

Die zweite besprochene Art war Acleris effractana (Hübner, 1799). Aktuell wurde sie bisher ausschließlich in Berlin-Hermsdorf und Blankenfelde im Gebiet des Tegeler Fließtales nachgewiesen. Funde gelangen Anfang August 1986 und 1991. Historische Meldungen aus Braunschweig, Neustrelitz und Bautzen sind aktuell nicht mehr belegt. Interessant wäre ein Wiederfund im Berliner Gebiet im Rahmen der Untersuchungen durch die FG Entomologie! Der Nachweis der Art gelang bisher ausschließlich am Licht.

Die Entwicklung der Raupen findet in zusammengerollten Blättern verschiedener Weidenarten statt. Genannt wurden Lorbeerweide, Purpurweide und Grauweide, die am Tegeler Fließ vorkommen.

Die Art Acleris effractana wurde erst 2003 als Schwesterart von Acleris emargana erkannt. Diese holarktisch verbreitete Art ist in Deutschland, auch Berlin, weiter verbreitet. Die Arten lassen sich nur sehr schwer unterscheiden, Sicherheit gibt nur die Genitalpräparation.

Zu beiden Arten zeigte Manfred Gerstberger Bilder, auch ähnlicher Arten sowie Biotopaufnahmen. Er informierte über die jeweiligen Fundumstände.

Es folgte eine kurze Diskussion.

Im Anschluss an den Vortrag gab es noch zwei kurze Anmerkungen von Klaus Dörbandt, der berichtete in diesem Jahr bisher 21 Tagfalterarten gesehen zu haben und von Michael Woelky, der über eine Nachzucht des Wollafters und die dabei gemachten Beobachtungen berichtete.


Die Sitzung endete gegen 20.00 Uhr. Der gesellige Teil fand anschließend in den Chaussee-Stuben statt .

Uwe Heinig (Schriftführer FG)