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PROTOKOLL der gemeinsamen Versammlung von FG Entomologie Berlin und ORION im Naturkundemuseum vom 10.06.2008

Vorsitzender: Thomas Ziska

Anwesend: 10 Mitglieder FG, 7 Mitglieder ORION, 2 G�ste

Thema: Quellen in Brandenburg.


Leider war der Vortragssaal 201 durch ein Treffen des Freundeskreises Naturkundemuseum besetzt, so dass wir in einen anderen Seminarraum umziehen mussten. Da dort erst die Technik installiert werden musste verz�gerte sich der Veranstaltungsbeginn etwas.

- Thomas Ziska begr��te die Teilnehmer, insbesondere den Vortragenden, Sven Marotzke vom Naturkundeuseum.

- Es folgte die Verlesung des Protokolls vom 13.05.2008 durch Uwe Heinig.

Sven Marotzke, begleitet und unterst�tzt von Jens Regiment, berichtete im Vortrag �ber ein Projekt zum Auffinden und zur Kartierung der Quellen Brandenburgs. Ursprung waren Jugendprojekte in der N�he von Lebus, die Lage gab auch dem Verein f�r Natur und Umwelt „Adonish�nge" den Namen.

Einleitend stellte der Vortragende auf Folien die im Bundesland existierenden Grundwasserleiter vor, informierte �ber ihre Entstehung und gab einen �berblick �ber Quell-Typen, z.B. Sickerquelle, T�mpelquelle u.a. Quellwasser hat ganzj�hrig eine konstante Temperatur von ca. 9-12�C. Das f�hrt zu einer angepassten Tierwelt, die z.B. auch im Winter in Quell-Biotopen offenes Wasser vorfindet. Das Wasser ist beim Austritt zuerst sauerstoffarm, reichert sich im Quellbach aber schnell an. Sp�ter wird der Quell-Charakter zerst�rt, durch Wehre und Teiche, in letzteren laufen F�ulnisprozesse ab und es kommt zur Verkrautung.

Quellen werden oft nicht als solche erkannt, was die Suche erschwert. Anhaltspunkte k�nnen die Leitpflanzen in unseren Quellen sein, es sind u.a. Sumpfdotterblume, Kriechender Hahnenfu� oder auch die Erle. 90 Arten Moose wachsen in Quellbereichen. Die Larven vieler Insektenarten leben in ihnen, ebenso Bachflohkrebse und einige R�uber, z.B. Strudelw�rmer oder Krebse.

Auf Folien stellte Sven Marotzke Beispiele f�r die vielf�ltige Tierwelt vor.

Das Quell-Schutz-Projekt wurde vorgestellt und am Beispiel eines Einsatzes am Werbellinsee die T�tigkeit erl�utert. Dort wurde ein verrohrter Quellbach renaturiert.

Es folgte ein Film, den in 20 Minuten das vorgetragene vertiefte und erg�nzte. Es waren beeindruckende Nahaufnahmen der Bewohner von Quellen zu sehen. Schade, dass dieser Film keinen Sendeplatz beim rbb bekommt!

Im Anschluss wurden Fragen beantwortet: J�rgen Kurdas wollte wissen, wie viele Quellen es in Brandenburg gibt? 2.200 wurden kartiert, gesch�tzt wird aber, dass die Zahl bei ca. 4.000 liegt. Das Projekt konnte diese gro�e Zahl nicht bew�ltigen, inzwischen wurde auch die finanzielle Unterst�tzung eingestellt. Die Organisation und Ausr�stung war kostenintensiv.

Thomas Ziska fragte nach der Liebesquelle Woltersdorf, die im Film in Zusammenhang mit der Entnahme von Kaffeewasser genannt wurde. Es entsteht kein Schaden f�r die Quelle, da aber das Wasser von einigen „pfiffigen" Leuten auf M�rkten als „etwas Besonderes" verkauft wurde, blieb nur die Sicherung der Liebesquelle Anfang der 1990er Jahre mit einem verschlossenen K�fig.

Oswald Gurlt und Stephan Gottwald fragten zu Bibervorkommen in Quellbereichen und Renaturierungsma�nahmen: Biber gibt es keine, Renaturierung ist, wenn m�glich und finanzierbar, anzustreben. Das kommt der charakteristischen Flora und Fauna der Bereiche zugute.


Die Sitzung endete gegen 20.30 Uhr. Der gesellige Teil fand anschlie�end in den Chaussee-Stuben statt .

Uwe Heinig (Schriftf�hrer FG)