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Protokoll der Sitzung des ORION vom 25.11.2008

Anwesend : 11 Mitglieder und 2 Gäste

Vorsitz Michael Woelky, Beginn 17:00 Käfertisch, Vortrag 19:00, Ende ca. 20:20.


Ab 17 Uhr wurde wieder an der Käfersammlung gearbeitet. Knapp 2 Kästen wurden umgesteckt und div. Kästen vorbereitet. Für diese Kästen wurden die vorgedruckten Etiketten ausgeschnitten. Diese Etiketten wurden dann in der Reihenfolge der noch nicht veröffentlichten Arbeit über die Käfer Mitteleuropas von Jens Esser in die Kästen gelegt.

Immer 4 Seiten der Etikettenliste kommen in einen Kasten.

Nach der Arbeit das Vergnügen ! Wir zogen aus dem Exploratorium in den Hörsaal.

Dort zeigte Michael Woelky mit dem Beamer Bilder seine Sommerreise 2008 in das Altmühltal.

Es war schon die 2. Reise in diese sehr interessante Ecke Deutschlands. Bedingt durch die anstehenden Kalkgesteine sind, wie üblich in diesen Regionen, die Pflanzenarten sehr zahlreich. Der Kalk in dieser Region ist sogar in mehrfacher Hinsicht berühmt. Die Steinbrüche von Solnhofen liegen dort – Solnhofener Schieferplatten wurden in vielen Gärten als Wegeplatten verlegt. Aber gerade in diesen Kalkschiefern wurde bei Eichstätt der Archaeopterix in mehreren Exemplaren gefunden. Herr Woelky berichtete über die Gespräche mit dem Sohn des Finders Friedrich Müller. Friedrich Müller war einer der Finder des Archaeopterix. Elf Exemplare sollen bisher gefunden worden sein.

Die Unterkunft der Familie Woelky befand sich in Mörnsheim bei Familie Stier. Am Empfang der Pension hängt jetzt ein Kasten mit mehreren Faltern der vorigen Reise von Michael. Dadurch soll den Gästen gezeigt werden, wie vielseitig die Falterwelt ist.

Der Aufenthalt dehnte sich von Ende Juni bis zum 10. Juli aus. Das Wetter war hervorragend. Es wurden viele Biotopbilder, besonders von den Schutthalden der Steinbrüche und den noch vorhandenen Felsformationen gezeigt. Bei der Sommerhitze war die Sammel- und Fototätigkeit sehr schweißtreibend.

Wir bekamen Bilder von Faltern aus vielen Gruppen zu sehen. Es waren häufig Tiere, die hier nicht vorkommen oder selten sind. Zwischendurch gab es immer mal Bilder von anderen Insektenordnungen zur Auflockerung.

Von den Hauptorten der Gegend, die sich im Umkreis von ca. 15 km befinden, wurden Ansichten und einige der Sehenswürdigkeiten gezeigt. Es sollen erwähnt werden: Eichstätt, Solnhofen, Dollnstein. Von der Gailach, einem Nebenfluss der Altmühl, hörten und sahen wir die Geschichte der 7 Quellen. Das Wasser kommt immer mit ca. 8 ° C aus der Erde. Hier wollten die umliegenden Orte eine Kneipp-Anlage errichten. Vorhandene Entomologen konnten das verhindern. Sie fanden im Wasser 7 Arten von Köcherfliegen, die ausreichten den Plan zu vereiteln.

Köcherfliegen : ein Aufhänger zur Erinnerung an die abendlichen Leuchtfänge am Quartier. Dort kamen nicht nur die gewünschten Falter und Käfer, sondern besonders viele Köcherfliegen.

Von diesen Nachtfängen und von den Tageswanderungen gab es jede Menge Falter zu sehen. Sehr erfolgreich war der Kontakt mit Fritz Müller. Von ihm wurde Herr Woelky an gute Fundorte geführt oder darauf hingewiesen. Besonders lohnend ist der Besuch des Naturmuseum in Solnhofen. Bei Herrn Müller wurde auch ein Bild vom Apollo, Parnassius apollo ssp.lithographicus vorgelegt. In den Makeln waren keine roten Töne zu erkennen, nur schwarz. Eine besonders seltene Abberation. Weil bei Herrn Müller sehr viele Jagdtrophäen zu sehen waren, passte ein Bild von Meister Lampe in die Erzählung. Von ihm wurde Herr Woelky fast umgerannt. Wahrscheinlich war der Hase auf Brautschau und dabei hat er die Umwelt vergessen.

Einen besonderen Hinweis zu den Puppen des Schwalbenschwanzes soll noch erwähnt werden. Herr Woelky stellte fest, dass grün gefärbte Puppen noch im gleichen Jahr schlüpften, die braunen Dagegen erst im darauf folgenden Jahr.

Zum Ende wurde uns ein kleines Naturwunder gezeigt. Herr Müller führte den Entomologen zur „Steinernen Rinne" . Der im Wasser gelöste Kalk setzt sich bei einem kleinen Rinnsal durch die Verdunstung ab. Dadurch baute sich ein meterhoher Wall auf. Auf der Spitze des Walles läuft das Wasser. Natürlich wird auch von den Betreuern ab und zu eine kleine Lücke ausgebessert.

Ein Babybild bildete den Abschluss. Eine 3 Tage alte Raupe von camilla, dem Kleinen Eisvogel.

Jürgen Gienskey