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PROTOKOLL der Sitzung des ORION vom 24.11.2009

Anwesend sind zwölf Mitglieder und ein Gast.


Michael Woelky eröffnet kurz nach 19 Uhr die Sitzung und begrüßt die Anwesenden mit ein paar Hinweisen zu aktuellen Schriften. So werden die neuesten Hefte der Entomologischen Zeitschrift herumgereicht, auf den Jahresbericht 2009 von Klaus Dörbandt zur Beobachtung der Tagfalter in Brandenburg hingewiesen und erwähnt, dass in den „Entomologischen Nachrichten und Berichte" (Bd. 53, Heft 2, S. 139-141) das ORION-Mitglied Manfred Gerstberger anlässlich seines 65. Geburtstages gewürdigt wird (Autor des Artikels ist Dr. Wolfram Mey). Stephan Gottwald gibt den Hinweis, dass im neuesten Heft der Entomologischen Zeitschrift ein interessanter Artikel von Jens Esser über den „Wiederfund von Menephilus cylindricus (Herbst, 1784) bei Berlin und damit für Deutschland (Coleoptera: Tenebrionidae)" enthalten ist. Michael Woelky erinnert daran, dass am 06.12. die Insektenbörse im Fontanehaus (Märkisches Viertel) stattfindet und dass das Neujahrstreffen der ORION-Mitglieder am 15.01.2010 um 18 Uhr im Restaurant Marian Grill vorgesehen ist. Er verliest das Protokoll der Sitzung vom 27.10.2009 und gibt das Wort an den Vortragenden Dr. Oliver Schmitz, der über das Thema „Tier– und Pflanzenwelt Australiens" referiert.

Nach ein paar einleitenden Worten zu Topographie, Klimazonen und Niederschlagsmengen Australiens, unterstützt durch Kartenmaterial, das mittels Beamer an die Wand projiziert wird, erläutert der Referent die Reiserouten, die er im November 1991 bis Anfang Januar 1992 und im September/Oktober 1993 in Australien zurückgelegt hat. Auf etwa 28.000 km Strecke quer durch alle Bundesstaaten Australiens (mit Ausnahme Tasmaniens) wurden Tausende von Dias geschossen, von denen ein Bruchteil heute dem geneigten Publikum gezeigt werden soll. Der Schwerpunkt bei der Auswahl der Bilder liegt auf Naturbeobachtungen, die größtenteils in Nationalparks getätigt wurden. Es handelt sich in erster Linie um Landschafts-, Pflanzen- und Tieraufnahmen – nicht schwerpunktmäßig (aber auch) um Insektenfotos, sondern vielmehr um ein allgemeines Schlaglicht auf die Australien-typische Flora und Fauna. Erstere ist vor allem im Südwesten des Landes (Umgebung von Perth) in hoher Artenzahl und mit unzähligen endemischen Arten vertreten. Beispielhaft wurden eine ganze Reihe von Fotos aus den Familien der Proteaceae (die prominentesten Gattungen sind Banksia, Grevillea, Dryandra und Hakea), Myrtaceae (hierzu gehören auch die über 500 Eucalyptus-Arten, die über den gesamten Kontinent verbreitet sind), Goodeniaceae, Fabaceae und Orchidaceae gezeigt. Orchideen beispielsweise sind mit etwa 700 Arten in Australien vertreten und kommen in einem großen Formenreichtum vor. Die hauptsächlich in Westaustralien verbreiteten, zur Familie Haemodoraceae gehörenden Kangaroo Paws (Känguruh-Pfoten; Gattung: Angiozanthos) werden ebenso im Bild vorgestellt wie die Stylidiaceae (Trigger Plants = Schusspflanzen), die Xanthorrhoeaceae (Grasbäume) und viele weitere Vertreter aus anderen Familien.

Die Formen- und Artenvielfalt im Tierreich wird mit Fotos aus dem Reich der Amphibien und Reptilien (Eidechsen, Skinke, Warane, Kragenechse etc.), Beuteltiere (Känguruhs und Wallabies, Koala, Wombat), Vögel (Kakadus, Sittiche, Lachender Hans, Pinguine u.a.) und dem legendären Schnabeltier, das im Eungella Nationalpark zur Beobachtung kam, untermauert. Eingestreut sind Landschaftsaufnahmen, angefangen vom tropischen Norden (Kakadu Nationalpark, Kimberleys, Bungle Bungle) durch den weitläufigen Westen (Hamersley Range, Shark Bay, Kalbarri und Nambung Nationalpark, den Südwesten bei Perth mit mächtigen Karri-Eukalyptus-Wäldern) und Süden (Nullarbor Plain, Flinders Ranges, Great Ocean Road, Wilsons Promontory Nationalpark) des Landes bis hin zur Ostküste, entlang der Great Dividing Range mit einer Vielzahl von Nationalparks – beispielhaft seien Snowy Mountains, Blue Mountains, Lamington (und der schon erwähnte Eungella) Nationalpark sowie Fraser Island, Atherton Tableland und Cape York Halbinsel genannt. Auch das Rote Zentrum mit Mac Donnell Ranges und Ayer´s Rock werden nicht ausgespart.


Der offizielle Teil des Abends endet gegen 21 Uhr. Anschließend folgt das gesellige Beisammensein in der nahe liegenden Gastronomie.

Dr. Oliver Schmitz