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PROTOKOLL der gemeinsamen Versammlung von FG Entomologie Berlin und ORION im Naturkundemuseum vom 09.02.2010

Vorsitzender: Thomas Ziska

Anwesend (+ Doppelmitgliedschaft): 8 (+ 2) Mitglieder FG, 9 (+ 2) Mitglieder ORION, 3 Gäste

Thema: Prachtlibellen über und unter Wasser.


Thomas Ziska eröffnete den Abend und wies auf die gemeinsame Exkursion am 1.Mai hin. Ziel ist Perwenitz, Treffpunkt um 10 Uhr an der Kirche (Perwenitzer Dorfstr. Ecke Mühlenweg). Es folgte die Verlesung des Protokolls vom 12.01.2010 durch Uwe Heinig.

Dr. Matthias Hartung zeigte einen einstündigen Film über Libellen, der von Prof. Rüppell von der Uni Braunschweig produziert wurde. Leider waren keine Lautsprecher vorhanden, so dass der Vortragende gezwungen war, das Geschehen live zu kommentieren.

Gefilmt wurde an Gewässern in der Camargue/Südfrankreich, speziell einem Bach, es waren also typische Arten dieser Region und nicht unbedingt Mitteleuropas zu sehen. Es gab eine kurze Einführung in die behandelten Arten und Ausführungen zur Filmtechnik, die vom Produzenten größtenteils selbst entwickelt wurde. Hochgeschwindigkeitsaufnahmen machten es möglich Libellen, in der Natur sehr schnelle Flieger, in extremer Zeitlupe zu sehen. Der Rüttelflug einer Mosaikjungfer eröffnete die Reihe eindrucksvoller Bilder. Es folgten Prachtlibellen und eine Wespenspinne, deren Netz zur Todesfalle auch für Libellen werden kann.

Der Film zeigte Szenen aus dem Libellenleben, Verhaltensweisen bei der Paarung, das Zustandekommen des Paarungsrades, Spermien-Übertragung bei vorangehendem Ausräumen fremder Spermien aus der Kammer und die Eiablage von Prachtlibellen unter Wasser. Dr. Hartung informierte, dass Libellen in 1-2 m Wassertiefe bis zu zwei Stunden ausharren können. Ihre Tracheen sind mit ausreichend Luft gefüllt. Verschiedene Larvenstadien und der Schlupf wurden ausführlich gezeigt, weiterhin das Starten von der Wasseroberfläche, wobei durch Flügelschlag die Trennung vom Wasser erfolgt. Imposante Makroaufnahmen zeigten Details des Körperbaus, u.a. Facettenaugen.

Im Vergleich zu den Libellen hat der ähnliche Ameisenlöwe, der ebenfalls vorgeführt wurde, ein Puppenstadium zu bieten. Die Verwandlung ist hier vollständig.

Zuletzt wurden noch einige weitere Feinde von Libellen gezeigt, Frösche fressen diese gerne, werden dann selbst von Schlangen, hier im Biotop von der Würfelnatter gejagt. Auch Bienenfresser verschmähen Libellen nicht.

Fragen der Anwesenden wurden bereits während des Vortrages gestellt und beantwortet. Es folgte als Zugabe ein kurzer Film über den Schlupf von Aeshna cyanea, der immer nachts erfolgt und beim Vortragenden zu Hause aufgenommen wurde.


Der offizielle Teil des Abends endete gegen 20.15 Uhr. Das gesellige Beisammensein fand anschließend in der nahe liegenden Gastronomie statt.

Uwe Heinig (Schriftführer FG)