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P R O T O K O L L
der gemeinsamen Versammlung von FG Entomologie Berlin und ORION im Naturkundemuseum vom 08.03.2011

Vorsitzender: Michael Woelky

Anwesend (+ Doppelmitgliedschaft): 8 (+ 6) Mitglieder FG, 11 (+ 6) Mitglieder ORION, 3 Gäste

Thema: Costa Rica: Ein dipterologischer Kongress und viele grüne Berge.

Michael Woelky eröffnete den Abend und begrüßte besonders den Vortragenden, Dr. Joachim Ziegler aus dem Naturkundemuseum. Es folgte die Verlesung des Protokolls vom 8.02.2011 durch Uwe Heinig.


2010 reiste Dr. Ziegler für 10 Tage anlässlich der Welt-Tagung der Dipterologen, die alle vier Jahre jeweils in einem anderen Land stattfindet, erstmals ins tropische Amerika. Fachlich ist er auf die paläarktische Region festgelegt, die Umstände und die Bitte, die Tagung 2014 in Berlin zu organisieren, bewogen ihn aber zu diesem Besuch.

Zu Beginn des Vortrages wurde das Land vorgestellt, das etwa 2 x die Größe des Bundeslandes Brandenburg hat und in dem 4 Mio. Einwohner, fast ausschließlich europäischer Abstammung leben. Costa Rica tut viel für den Schutz seiner Natur und hat, gemessen an seiner geringen Größe, viele Nationalparks eingerichtet. Bekannt sind die Exporte von Bananen, Ananas und Kaffee, der Tourismus ist eine weitere Einnahmequelle. Auf Karten wurde die Lage in Mittelamerika und die besuchten Regionen im Land vorgestellt.

Der Dipterologen-Kongress fand in der Hauptstadt San Jose statt. Bilder zeigten das Tagungshotel und stellten Kollegen der Dipteren-Zunft vor. Die Treffen mit diesen waren ebenso wichtig, wie die wissenschaftlichen Vorträge. Im Hotel-Garten konnten bereits tropische Blüten, Kolibris und Schmetterlinge beobachtet werden, eine einheimische Kaffee-„Maschine" führte zu Heiterkeit. Stadt-Impressionen zeigten, dass kaum historische Substanz vorhanden ist. Ausgrabungen aus früheren Zeiten, wie in anderen Ländern Mittel- und Südamerikas gibt es ebenso nicht. Das prunkvolle Opernhaus wurde besucht und ein Museum mit Goldschätzen aus früherer Zeit.

In einem botanischen Garten im Urwald konnten Eidechsen, ein bunter Pfeilgiftfrosch und riesige Radnetzspinnen der Gattung Nephila in ihren äußerst stabilen Netzen bestaunt werden.

Eine Exkursion führte in den Nationalpark Monte Verde, zu Deutsch: grüner Berg, daher der Titel des Vortrages. Gezeigt wurde zunächst ein Pass, der es Dr. Ziegler erlaubte 500 Fliegen zu fangen. Die Ausfuhrgenehmigung bestand dann aus einem mehrseitigen Stapel Papiere, die ausgefüllt werden mussten. Etwas kurios, das Prozedere. Die Landschaft des Regenwaldes war allerdings sehr beeindruckend, neben Orchideen waren auch erste Schmetterlinge zu beobachten. An einer biologischen Station wurde am Abend Lichtfang veranstaltet, der neben vielfältigen Insekten auch Raupenfliegen anlockte, eine in unserer Region unübliche Tatsache. Fotos stellten die Tiere vor.

Am darauf folgenden Tag fand eine Tageswanderung statt. Nur wenig Licht erreicht den Boden des Regenwaldes, zu dicht ist das Grün darüber. Nur auf Lichtungen, wo es heller ist, wurden Insekten gefunden. Der Vortragende lockte dort mit etwas Zuckerwasser, das auf Blätter gestrichen wurde, Fliegen an. Auch unbeschriebene Arten wurden gefunden, viele Fliegenarten leben in kleinräumigen Biotopen des Waldes. Fotos stellten einige Käfer, Schmetterlingsraupen und Spinnen vor.

Nach dem Kongress machte Dr. Ziegler in Begleitung seiner Partnerin noch vier Tage Urlaub, besuchte den aktiven Vulkan Arenal, der Aschewolken ausspie und die Pazifikküste.

Im Anschluss an den mit vielen schönen Fotos illustrierten Vortrag gab es nur eine Frage zu Sammelgenehmigungen, gestellt von Stephan Gottwald.


Thomas Ziska informierte noch kurz über den geänderten Treffpunkt der Exkursion am 1.Mai 2011, Kienbaum statt Kleinwall, bevor der offizielle Teil des Abends gegen 20:15 Uhr endete. Der gesellige Teil fand in der nahe gelegenen Gastronomie statt.

Uwe Heinig (Schriftführer FG)