zurück zum Programm-Archiv
Banner

P R O T O K O L L der gemeinsamen Versammlung von FG Entomologie Berlin und ORION im Naturkundemuseum vom 11.10.2011

Vorsitzender: Michael Woelky

Anwesend (+ Doppelmitgliedschaft): 6 (+ 2) Mitglieder FG, 10 (+ 2) Mitglieder ORION, 4 Gäste

Thema: Seealpen in Nordwest-Italien.


Michael Woelky eröffnete den Abend und begrüßte die Anwesenden sowie den Vortragenden, Dr. Jürgen Deckert. Es folgte die Verlesung des Protokolls vom 13.09. durch Uwe Heinig.

Zum Thema des Abends berichtete Dr. Deckert über eine Exkursion in den NP Mercantour/Alpi Marittime im Grenzgebiet Frankreichs zu Italien, die im Rahmen des Projektes EDIT (European Distributed Institute of Taxonomy) stattfand. Teilnehmer waren neben dem Vortragenden und seiner Frau Dr. Wolfram Mey, Viola Richter und Konrad Ebert vom Naturkundemuseum sowie Manfred Gerstberger. Ziel des Projektes ist die Inventarisierung von Schutzgebieten in Europa, koordiniert durch die ATBI+M (All Taxa Biodiversity Inventories + Monitoring).

Das grenzüberschreitende Schutzgebiet wurde 1995 gegründet, der hier behandelte Teil Italiens ist ca. 27.800 ha groß. In ihm wird besonderes Augenmerk auf die Natur gelegt, in Frankreich dominiert eher der Tourismus. Das Klima ist aufgrund der Nähe zum Mittelmeer recht mild und günstig für eine vielfältige Natur.

Karten stellten die Lage des Gebietes und die Exkursions-Punkte dar, Fotos zeigten eindrucksvolle Berglandschaften, das Quartier, Pflanzen wie Orchideen, Wacholder, Rhododendren und die sehr häufige Esskastanie. Insgesamt wurden bislang 8.300 Arten Pflanzen und Tiere in beiden Teilgebieten festgestellt. Es gibt einige lokale Endemiten, die besonderes von Interesse sind. Zur Vorbereitung der Arbeiten im Gelände wurde die Verwaltung des NP besucht, wo ein Herbarium die Pflanzenwelt widerspiegelt, ebenso der Botanische Garten, wo auch gleich die Bodenwanze Oxycarenus pallens gefunden wurde. Murmeltiere und wieder angesiedelte Bartgeier wurden auf Fotos gezeigt, in erster Linie aber wurden Sammelplätze und Ausbeuten vorgestellt. Ein Tümpel erbrachte z.B. die Wanzen Gerris costae und Notonecta glauca, gezeigt und besprochen wurden auch weitere Wanzen- und Heuschreckenarten, unter letzteren fand sich die endemische Sattelschrecke Ephippiger terrestris. Nachgewiesen wurde auch die Gottesanbeterin (Mantis religiosa). Wiesen in voller Blüte lockten Tagfalter an, so Baumweißling und Schwarzen Apollo. Zuletzt gab es noch einige Impressionen von Lichtfangabenden.

Manfred Gerstberger ergänzte den Vortrag mit Bemerkungen zu Kleinschmetterlingen und in einem Nachtrag folgten einige Fotos von Dr. Mey, die einen Bach und die daraus erlangte Köcherfliegenausbeute zeigten.


Der offizielle Teil des Abends endete gegen 20:00 Uhr. Der gesellige Teil fand in der nahe gelegenen Gastronomie statt.

Uwe Heinig (Schriftführer FG)