zurück zum Programm-Archiv
Banner

P R O T O K O L L der gemeinsamen Versammlung von FG Entomologie Berlin und ORION im Naturkundemuseum vom 11.09.2012

Vorsitzender: Michael Woelky

Anwesend (+ Doppelmitgliedschaft): 8 (+ 2) Mitglieder FG, 13 (+ 2) Mitglieder ORION, 3 Gäste

Thema: Die Heuschrecken der Ahrensfelder Berge.


Michael Woelky eröffnete den Abend und informierte kurz über die vollzogene Umwidmung des Orion zu einem eigenständigen e.V.

In seinem Vortrag berichtete Dr. Oliver Zompro über die Heuschreckenfauna der Ahrensfelder Berge, die unmittelbar an seinen Wohnort angrenzen. Einleitend wurde auf Karten die Lage der Berge und deren Umgebung dargestellt, außerdem der Grund für die Bearbeitung der Heuschrecken erklärt sowie kurz zur Geschichte informiert. Die ursprüngliche, natürliche Basis der Ahrensfelder Berge war 66 m hoch, 1981-91 wurde Bauschutt aufgekippt und während des Umbaus zum Landschaftspark 2008 erfolgte eine weitere Aufschüttung auf jetzt 114,5 m, womit es die dritthöchste Erhebung Berlins ist. Ausführlich wurde das Biotop erklärt, Standortvor- und nachteile genannt und auf Schutzmöglichkeiten hingewiesen, die Mahd zu bestimmten Zeiten hat z.B. sehr negative Auswirkungen auf die Heuschreckenfauna. Teile der Berge sind sehr wärmebegünstigt, es wachsen dort sogar Olivenbäume.

In Berlin sind aktuell 48 Heuschreckenarten bekannt, knapp 50% kommen auf den Ahrensfelder Bergen vor. Im Folgenden wurden Arten aus den Gruppen der Langfühler- sowie Kurzfühlerschrecken und ihre Lebensräume konkret vorgestellt und auf Fotos gezeigt. Die Gewöhnliche Sichelschrecke ist im Gebiet häufig und weit verbreitet, ebenfalls häufig findet man die Gemeine Eichenschrecke, weiter gezeigt wurden u.a. Langflügelige Schwertschrecke, Grünes Heupferd und Roesels Beißschrecke. Schwierig zu finden ist die Ameisengrille, die auf den Ahrensfelder Bergen aber nicht selten ist, schlecht zu erfassen war die Maulwurfsgrille, von der nur ein Zufallsfund gelang.

Zu den Kurzfühlerschrecken zählen die Säbeldornschrecke, die im Gebiet seltene Sumpfschrecke, Große Goldschrecke und Heidegrashüpfer. Sehr häufig sind Gemeiner Grashüpfer und Wiesengrashüpfer, etwas weniger häufig der Weißrandige Grashüpfer. Drei weitere, sehr ähnliche und deshalb schwer zu unterscheidende Arten der Gattung Chorthippus wurden vorgestellt, man erkennt sie am besten am jeweiligen Gesang. Aus dem Jahr 2011 stammen zwei Meldungen über Beobachtungen der Gottesanbeterin Mantis religiosa.

Auf einer Karte wurde nun die Biotop-Feinstruktur der Ahrensfelder Berge mit den jeweils nachgewiesenen Heuschreckenarten gezeigt.

Abschließend gab der Vortragende noch Hinweise zu Literatur und wies auf drei Internetseiten hin, auf denen weitere Informationen zum Thema des Vortrages zu finden sind: www.ahrensfelderberge.de, www.natur-in-mitteleuropa.de und www.wirbellosenzentrum.de, außerdem wurde eine Frage von Jens Esser beantwortet.


Der offizielle Teil des Abends endete gegen 20:30 Uhr. Der gesellige Teil fand in der nahe gelegenen Gastronomie statt.

Uwe Heinig(Schriftführer FG)