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P R O T O K O L L der gemeinsamen Versammlung von FG Entomologie Berlin und ORION im Naturkundemuseum vom 13.11.2012

Vorsitzender: Michael Woelky

Anwesend: 9 Mitglieder FG, 16 Mitglieder ORION (+ 3 Doppelmitgliedschaft), 9 Gäste

Thema: Von Schmetterlingen und Donnerdrachen – Natur und Kultur in Bhutan.


Michael Woelky eröffnete den Abend, informierte kurz über das Programm des 1. Halbjahres 2013 und begrüßte besonders herzlich den Vortragenden, Dr. Robert Trusch, der den weiten Weg vom Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe nach Berlin gefunden hat. Früher war er allerdings Potsdamer und so besuchte er sozusagen seine „alte Heimat".

Es folgte die Verlesung des Protokolls vom 9.10.2012 durch Uwe Heinig.

Der Vortrag begann mit der Vorgeschichte des Themas. Eine entsprechende Ausstellung war von Herbst 2011 bis Frühjahr 2012 im SMNK zu sehen. Zur Vorbereitung reiste ein Team des Museums, das auf Fotos vorgestellt wurde, zuvor nach Bhutan. Zum Anfang informierte Dr. Trusch über Allgemeine Dinge: Die Lage Bhutans, Politik und Währung, das Königspaar, Landschaftsformen und Briefmarken mit Schmetterlingsmotiven und das Nationaltier, der Bhutan-Takin, wurden angesprochen und im Bild gezeigt. Die Fläche Bhutans entspricht in etwa der der Schweiz, es leben ca. 700.000 Einwohner im Land. Ein besonders eindrucksvolles unter den zahlreichen Klöstern ist das „Tigernest", 3.120 m hoch gelegen. Man erreicht es in einer Tageswanderung zu Fuß, Straßen gibt es kaum im Land. Die Anreise erfolgte über Bangkok, von wo aus ausschließlich die Fluggesellschaft Bhutans täglich drei Flüge nach Paro durchführt, so regelt sich die Zahl der Touristen von selbst. Die Reise der Karlsruher Wissenschaftler dauerte 15 Tage, Karten zeigten die Reiseroute innerhalb des Landes.

Literatur über Schmetterlinge der Region wurde vorgestellt, u.a. die Beschreibung von Bhutanites ludlowi, einem Schwalbenschwanz, der zugleich Nationalschmetterling des Landes ist. Seine Entwicklungspflanze ist eine Pfeifenwinde. Interessant ist auch der Umstand, dass 60% der Landesfläche laut Verfassung Wald sein müssen. Es gibt sehr viele Primärwälder, die durch diese Vorgabe geschützt sind, was nicht zuletzt den Schmetterlingen zugute kommt.

800-900 Arten Tagfalter gibt es in Bhutan, eine Hochrechnung auf Basis des Verhältnisses Artenzahl Tagfalter-Artenzahl Nachtfalter in Deutschland ergab, dass mit bis zu 22.000 Schmetterlingsarten gerechnet werden kann, eine unglaubliche Zahl! Es folgten Fotos diverser, zum großen Teil farbenprächtiger Schmetterlingsarten aus verschiedenen Vegetationszonen und Höhenstufen, die während der Wanderung auf dem Jomholori-Trek passiert wurden. Auf die Vegetation verschiedener Höhenlagen, die maximal erreichte Höhe lag bei 4.200 m, wurde besonders eingegangen. Täglich wurden 4-7 Stunden gewandert, das nicht leichte Equipment, u.a. ein Küchenzelt wurde mittels Maultieren transportiert. Der Weg führte oft an Flussläufen entlang, die hier noch ihr intaktes Geröll-Bett haben. An den Rastplätzen wurde bei jedem Wetter Lichtfang durchgeführt, Folge war, dass es wenig Schlaf für die Lepidopterologen gab. Auf Fotos wurden Falter vom Licht vorgestellt, auch sie sind z.T. bunt und bizarr.

Für die Käferzunft gab es riesige Bockkäfer der Gattung Batocera zu sehen. Eine Spezialität kam zum Schluss: Der Tibetische Raupenpilz wurde gezeigt und über sein Zustandekommen informiert. Er entwickelt sich aus den Raupen von Wurzelbohrern und hat im Handel einen sehr hohen Wert.

Im Anschluss an den sehr interessanten Vortrag, der mit vielen Facetten Bhutans bekannt machte, beantwortete Dr. Trusch noch einge Fragen der Anwesenden.


Der offizielle Teil des Abends endete gegen 21:00 Uhr. Der gesellige Teil fand in der nahe gelegenen Gastronomie statt.

Uwe Heinig(Schriftführer FG)