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P R O T O K O L L der gemeinsamen Versammlung von FG Entomologie Berlin und ORION im Naturkundemuseum vom 08.01.2013

Vorsitzender: Michael Woelky

Anwesend: Mitglieder ORION=10, Mitglieder FG=6, Gäste=6

Thema: Eine entomologische Reise nach Alaska und Yukon


Michael Woelky eröffnete den Abend und begrüßte die Anwesenden sowie den Vortragenden, Andree Salk. Es folgte die Verlesung des Protokolls vom 11.12.2012 durch Thomas Ziska.

Im Vortrag berichtete Andree Salk über eine Reise nach Alaska und Kanada (Yukon, British Columbia), die er 2011 zusammen mit dem belgischen Colias-Spezialisten Joseph Verhulst durchgeführt hat. Auf Karten wurden die bereisten Orte in der nördlichen Nearktis von Vancouver im Süden von British Columbia bis Deadhorse (Alaska) am Nordpolarmeer gezeigt. So wurden insgesamt rund 20.000 km im Auto zurückgelegt. Die Landschaft ist überwiegend von großen Wäldern und hohen Bergen geprägt. Im Norden wird sie mehr und mehr arktisch (Tundra). Nördlich der Brooks-Kette in Nordalaska ist der Pflanzenbewuchs nur noch spärlich. Bäume sind dort nicht mehr zu finden.

Die in Alaska und Yukon vorkommenden Tagfalter sind unseren einheimischen Arten sehr ähnlich. Bis auf wenige Ausnahmen gehören sie zu den aus Europa bekannten Gattungen. Der Vortragende ging besonders auf die Gattungen Colias (ca. 15 Arten im behandelten Gebiet), Boloria (ca. 10 Arten) und Erebia (ca. 12 Arten) ein. Es wurden Fotos von mehreren Arten gezeigt, die oft nur schwer voneinander zu unterscheiden sind. Viele Arten sind zirkumpolar verbreitet. Einige sind mit anderen Unterarten auch aus Europa bzw. Nordeuropa bekannt, wie z.B. Boloria (Clossiana) selene oder Boloria (Clossiana) eunomia.

Es folgten Fotos der auf der Reise beobachteten größeren Tiere, wie Grizzlybären, Schwarzbären, Elche, Bisons, Rentiere, Moschusochsen und Ziesel. Auch ein Urson (nordamerikanisches Stachelschwein) und ein kanadischer Luchs wurden gezeigt.

Die Fundorte der gezeigten Arten liegen oft an den meist unasphaltierten Straßen im Norden (Dalton Highway, Alaska und Dempster Highway, Yukon). Sie sind die einzigen Straßen, die über den Polarkreis weiter nach Norden führen. Andere Stellen in dem riesigen Gebiet wären nur sehr schwer (z.B. mit Hubschrauber) erreichbar. Der Dalton Highway führt parallel zur Transalaska-Pipeline bis zum Nordpolarmeer bei Deadhorse/Prudoebay. An manchen Stellen bieten sich durch die Pipeline für einige Tagfalter gute Bedingungen, da Bäume kurz gehalten werden und Futter- und Nektarpflanzen wachsen können.

Der Dempster Highway führt von Dawson City nach Norden und bietet die Möglichkeit den North Fork Pass und den Windy Pass in den Ogilvie Mountains sowie die Richardson Mountains zu erreichen. Auch von diesen Orten wurden Fotos von Tagfalter und einigen Pflanzen gezeigt. Neben dem unbeständigen Wetter und den langen Autofahrten haben vor allem Millionen von Stechmücken den Aufenthalt teilweise beschwerlich gemacht.

Im Anschluss an den Vortrag gab es mehrere Fragen, die vom Vortragenden beantwortet wurden.


Protokoll: Andree Salk