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P R O T O K O L L der gemeinsamen Versammlung von FG Entomologie Berlin und ORION im Naturkundemuseum vom 12.03.2013

Vorsitzender: Michael Woelky

Anwesend: 6 Mitglieder FG, 9 Mitglieder ORION (+ 2 Doppelmitgliedschaft), 2 Gäste

Thema: Die Landesdatenbank Schmetterlinge Baden-Württembergs im fünften Jahr online – ein unverzichtbares Werkzeug der Entomofaunistik.


Michael Woelky begrüßte die Anwesenden, besonders den Vortragenden, Dr. Robert Trusch, der wiederum den weiten Weg aus Karlsruhe nach Berlin gefunden hat.

Es folgte die Verlesung des Protokolls vom 12.02. durch Uwe Heinig.

Dr. Trusch stellte einleitend Biotope und Falter aus Baden Württemberg im Bild vor, erklärte, warum Faunistik ein so wichtiges Forschungsfeld ist und informierte über die Landesdatenbank Schmetterlinge Baden Württembergs (LDS BW). Diese ist seit 2008 online und nach nunmehr fünf Jahren kann über Erfahrungen mit diesem Werkzeug berichtet werden.

Am Beispiel des Segelfalters sowie Kleinen und Großen Schillerfalters wurde die Struktur der Datensätze erläutert. Woher kommen die Daten? Bilder mit Impressionen von Exkursionen zeigten eine Daten-Quelle, zudem wurden vorhandene Sammlungen ausgewertet. Hier zeigt sich die Wichtigkeit, Sammlungen anzulegen und zu pflegen. Weitere Ausführungen galten der Geschichte der Schmetterlingsfaunistik und Publikationstätigkeit in Baden Württemberg, so stellte der Vortragende Literatur verschiedener Epochen vor. Ein Werk aus dem Jahr 1800 enthielt z.B. bereits 339 Schmetterlingsarten. Vorgestellt wurden zudem bedeutende Persönlichkeiten, die mit Karteien, Tagebüchern und Sammlungen die Quellen der Funddaten in der LDS BW lieferten. Am Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe wird seit 1967 eine Kartei geführt, in die alle Funddaten aufgenommen bzw. übertragen wurden, seit Ende der 1980er Jahre als EDV. Auf ihr basiert das Grundlagenwerk „Die Schmetterlinge Baden Württembergs", das in 10 Bänden vorliegt.

Welche Informationen liefert nun die LDS BW, die jederzeit aktualisierbar ist und wem nützt sie? Profitieren können in erster Linie Naturschutzeinrichtungen, Forscher, aber auch die interessierte Öffentlichkeit. An verschiedenen Arten wurde die praktische Arbeit mit der LDS BW live und online demonstriert, Verbreitungskarten und Nachweis-Quellen gezeigt, sowie die Entwicklung der Nachweiszahlen dargestellt.

Für die Zukunft ist ein Zuwachs an mitarbeitenden Personen, eine Ausweitung auf weitere Schmetterlingsgruppen und die Erweiterung der Möglichkeiten des Internets wünschenswert. Es folgte die Vorstellung ähnlicher Datenbanken aus anderen Bundesländern. Ziel könnte es sein, irgendwann eine Datenbank der Schmetterlingsfauna Deutschlands zu betreiben. Dazu ist viel Arbeit nötig und es müssen Personen vorhanden sein, die solch ein Projekt pflegen.

Nach dem „trockenen" Thema zeigte Dr. Trusch einige Bilder von der Schwäbischen Alb im Alb-Donau-Kreis, wo für 2013 Kartierungsarbeiten vorgesehen sind.

Im Anschluss an den interessanten Vortrag folgte eine kurze Diskussion über die Möglichkeiten in Berlin-Brandenburg, an der sich in erster Linie Michael Woelky, Dr. Jörg Gelbrecht und der Vortragende beteiligten.


Der offizielle Teil des Abends endete gegen 20:45 Uhr. Der gesellige Teil fand in der nahe gelegenen Gastronomie statt.

Protokoll: Uwe Heinig (Schriftführer FG)