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P R O T O K O L L
der gemeinsamen Versammlung von FG Entomologie Berlin und ORION im Naturkundemuseum vom 13.01.2015

Vorsitzender: Thomas Ziaka

Anwesend: 11 Mitglieder FG, 19 Mitglieder ORION (davon 3 x Doppelmitgliedschaft), 5 Gäste

Thema: Erlebnisse mit Wespen, Wildbienen und Schwebfliegen im Garten.


Thomas Ziska eröffnete den Abend und wünschte allen Anwesenden Gesundheit und Erfolg im Jahr 2015. Es folgte die Verlesung des Protokolls vom 9.12. durch Cortez Schulz.

Den Vortrag begann Dr. Petrischak mit der Vorstellung seiner Person und seinen entomologischen Interessen. Er kommt aus dem Saarland und ist seit Langem aktiv in der Natur.

Viele der besprochenen Arten leben synanthrop, bestes Beispiel ist die Honigbiene, die auf ersten Fotos Apfelbaumblüten besuchend gezeigt wurde. Aber auch verschiedene Wildbienen und Hummeln suchen diese Pollenquelle auf und somit die Nähe des Menschen. Neben den allgemein bekannten Nestern auf Dachböden, in Schuppen oder Nistkästen gibt es Wildbienen, die ihre Nester im Boden anlegen oder Mauern mit Löchern und Spalten bevorzugen bzw. Schilfhalme besiedeln, beide letztere Varianten kann man gut mit Nisthilfen unterstützen. Zu den im Foto gezeigten Arten informierte der Vortragende über Flugzeiten, Nestbau und Fortpflanzung, Pollenquellen und ob sie sich z.B. polylektisch oder oligolektisch ernähren. Wildbienen haben oft interessante Lebensweisen, so gibt es Arten mit ausgeprägter Revierverteidigung, besonderem Paarungsverhalten, Arten die ihr Nest in leeren Schneckenhäusern bauen, die Öffnung nach unten drehen und das ganze mit Pflanzenmaterial tarnen oder Blattschneiderbienen, die Blattteile zur Auskleidung ihrer Nester verwenden. Auch über Parasiten und Feinde der Bienen wurde berichtet, im Bild wurden Taufliege, Trauerschweber, Bienenwolf und Schlupfwespen vorgestellt. Die größte heimische Biene ist übrigens die Blauschwarze Holzbiene mit 2-3 cm Körperlänge, auch sie wurde gezeigt und besprochen.

Im zweiten Abschnitt ging es um Wespen, die Dr. Petrischak in seinem Garten beobachtete. Unter ihnen gibt es aktive und passive Nister, besiedelt werden z.B. Pflanzenstängel, aus denen durch die Tiere das Mark entfernt wird. Andere Arten leben parasitisch, wie z.B. die Goldwespe bei der Faltenwespe Ancistrocerus nigricornis. Der Eintrag von Raupen und Rüsselkäferlarven wurde im Bild dokumentiert. Weitere Beispiele von Wespen und ihren Parasiten folgten, so z.B. Maskienbiene und Gichtwespe. Bekannt sind uns im Allgemeinen die sozialen Wespen, Waldwespen der Gattung Dolichovespula und die gemeinen Arten der Gattung Vespa. Erstere beherbergen in ihren Nestern 500-600 Individuen, Deutsche- und Gemeine Wespe mehrere Tausend. Angaben zur Aggressivität der verschiedenen Arten wurden gemacht bevor mit Vespa crabro, der Hornisse, unsere größte Art vorgestellt wurde. Diese ist im Allgemeinen sehr friedlich, jagt aber andere Wespen und Bienen, sehr schön vom Vortragenden im Foto festgehalten.

Zuletzt wurde noch auf Schwebfliegen eingegangen, von denen es nützliche, aber auch nicht erwünschte Arten im Garten gibt. Interessante Aspekte, wie die Mimikry der Narzissenschwebfliege, die eine Hummel nachahmt wurden gezeigt. Der Lebenszyklus der Schwebfliegen vom Ei über die Larvenstadien, Puppe bis zum Imago wurde vorgestellt. Häufigste beobachtete Art im Garten des Vortragenden war die Hainschwebfliege. Im Herbst konnten viele Arten, so die Bienen nachahmenden Eristalis, aber auch verschiedene Wespenarten an Efeu beobachtet werden. Grund ist das reiche Nektarangebot der Pflanze.

Eine besonders interessante Beobachtung folgte zum Schluss: Kreuzspinnen spinnen gefangene Hymenopteren ein, Wespen fungierten als Kleptoparasiten und holten die „Pakete“ wieder aus dem Netz. Ein sehr interessanter, mit vielen schönen Fotos illustrierter Vortrag.

Im Anschluss folgten einige Fragen der Anwesenden, so u.a. von Prof. Wenzel zur Entfernung beim Fotografieren und Klaus Dörbandt zur Geschlechterbildung M/W in manchen Nestern, die von Dr. Petrischak beantwortet wurden.

Es folgte noch ein Literaturhinweis: Paul Westrich: „Wildbienen – die anderen Bienen“.


Der offizielle Teil des Abends endete gegen 20:30 Uhr. Der gesellige Teil fand in der nahe gelegenen Gastronomie statt.

Uwe Heinig (Schriftführer FG)