Familie Lonchaeidae - Lanzen-, Samenfliegen

Die kleine Familie umfasst etwas über 600 Arten, in Deutschland sind rund 40 Arten nachgewiesen. Sie sind schwer bestimmbar, Präparation des männlichen Genitals ist meist erforderlich.
Die kleinen Imagines (2-7 mm) sind schwarz oder blaugrün und oft metallisch glänzend. Wichtige Familienmerkmale, die sie von ähnlichen Vertretern der Muscidae, Agromyzidae oder Lauxaniidae abgrenzen, sind: sich nie berührende Augen, das Fehlen kräftiger Borsten im Stirnbereich oberhalb der Fühler, der Thorax ohne komplette Quernaht und ohne Borsten im vorderen Bereich, Flügel ohne dunkle Markierungen und mit typischer Nervatur, fehlende Thorakalschüppchen, stets schwarze Schwingkölbchen, schwarze Beine (höchstens Füße gelb) mit borstenlosen Schienbeinen. Der Name „Lanzenfliegen“ bezieht sich auf den sehr langen, charakteristisch geformten Legeapparat der Weibchen. (Er wird allerdings oft auch auf die Lonchopteridae angewendet.)
In Europa findet man die Imagines vorwiegend im Wald und in dessen Nähe. Verschiedene Arten schweben im Schwarm über den Bäumen. Die Larven leben vorwiegend in verrottendem Pflanzenmaterial, oft unter Baumrinde in Larven-Fraßgängen von Borkenkäfern und anderen holzbewohnenden Käfern. Manche verwerten nur die Ausscheidungen der Gangbewohner sowie deren symbiontische Ambrosiapilze, andere fallen räuberisch über Larven und vor allem Puppen der Borkenkäfer her und sind somit als Nützlinge zu bezeichnen. Die Larven einiger Arten richten durch Minieren Schaden an lebenden Pflanzen an, können Gallbildungen an Gräsern (auch Getreide) auslösen, Zapfen und Samen von Tannen und Fichten zerstören sowie saftige Früchte befallen. Insbesondere in tropischen Regionen gehören fruchtverderbende Lonchaeidae-Vertreter zu den wichtigsten Schaderregern im Gartenbau.
FotoSilba fumosa
(Egger, 1862)
13150

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