Familie Platypezidae - Tummelfliegen, Plattf����er

Die Tummelfliegen sind eine kleine Familie mit ca. 280 Arten, davon kommen etwa 25 in Deutschland vor. Die Imagines sind überwiegend recht klein (1,5-6 mm) und spärlich behaart, ihr Thorax ist aufgewölbt, die Flügeladerung ist typisch. Männchen und Weibchen derselben Art sehen verschieden aus (Sexualdimorphismus). Bei den oft völlig schwarz gefärbten Männchen berühren sich die großen Augen, deren obere Facetten vergrößert sind. Die auf Abstand stehenden Augen der Weibchen sind aus gleichgroßen Facetten zusammengesetzt. Die Weibchen sind meist farbenfroher - grau, gelb oder beides kombiniert und mit dunkleren oder silbrigen Streifen -, aber auch die Männchen einiger Arten zeigen eine ähnliche Färbung. Manche Arten besitzen in beiden Geschlechtern einen zweifarbigen Hinterleib. Das männliche Genital ist bauchseitig nach vorn eingeschlagen. Die Beine sind relativ kurz und dick. Die Hinterfüße sind modifiziert, das erste Fußglied meist verlängert, verdickt, abgeflacht oder seitlich zusammengedrückt. Bei den Männchen sind auch die folgenden Glieder oft deutlich verbreitert (daher „Plattfüßer“), bei den Weibchen ist dies weniger ausgeprägt.
Die Platypezidae sind typische Bewohner feuchter Wälder. Dort kann man sie auf Buschwerk im Halbschatten antreffen, wo sie unstet auf Blättern herumlaufen („sich tummeln“) und ab und an stoppen, um Honigtau oder andere Nahrung aufzunehmen. Auf Waldlichtungen schweben die Männchen in Tanzschwärmen, welche auf die Weibchen anziehend wirken. Vertreter der Gattung Microsania werden vom Rauch brennenden Holzes und vom Geruch der Holzasche angelockt und finden sich an Feuerstätten oft in großer Zahl ein.
Tummelfliegenweibchen kann man im Herbst bei der Eiablage auf Ständerpilzen beobachten. Die weißgelben oder bräunlichen, asselartigen Larven tragen Reihen seitlicher Anhängsel und entwickeln sich in großer Zahl an und in den Pilzfruchtkörpern, oft auch in Baumpilzen. Wird der Flache Lackporling von Agathomyia wankowiczii befallen, bilden sich an der Unterseite des Fruchtkörpers charakteristische „Zitzengallen“, längliche Auswüchse, die jeweils eine Larve beherbergen. Zur Verpuppung bohrt sich diese an der Gallenspitze aus und begibt sich in den Boden.
FotoAgathomyia antennata
(Zetterstedt, 1819)
17340
FotoAgathomyia falleni
(Zetterstedt, 1819)
17350
FotoCallomyia amoena
Meigen, 1824
17390
FotoLindneromyia dorsalis
(Meigen, 1804)
17420
FotoParaplatypeza atra
(Meigen, 1804)
17430
FotoPolyporivora picta
(Meigen, 1830)
17490
FotoProtoclythia modesta
(Zetterstedt, 1844)
17500
FotoProtoclythia rufa
(Meigen, 1830)
17510

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