Naturgarten
Der Orionid
19. Juli 2021 / Ausgabe 10

(S.St.) Über die Art, wie ein Garten aussehen sollte, gibt es verschiedene Ansichten. Während die einen auf einen sattgrünen Rasen schwören, lieben die anderen überbordende Blütenpracht. In manchen Gärten herrschen klare Linien und strikte Trennung zwischen verschiedenen Bereichen. Und dann gibt es Gärten, in denen wird der Natur freien Lauf gelassen und nur im Notfall regulierend eingegriffen.

Wer gern Ausschau nach Insekten und anderen Tieren hält und sich über biologische Vielfalt auf der eigenen Scholle freut, wird an einem Naturgarten mehr Spaß haben. So jedenfalls geht es unseren Vereinsmitgliedern Iris und Frank Hesse. Auf rund 600 qm haben sie sich hier ein kleines Paradies geschaffen. In den letzten 12 Jahren haben die beiden Naturfreunde hier ca. 1.200 verschiedene Insekten- und ca. 100 andere Tierarten nachgewiesen und dokumentiert. Selbst das Umweltbüro Lichtenberg (@umweltbuero.lichtenberg) berichtete in seinem Online-Magazin bereits über die Artenvielfalt in diesem Naturgarten, den die beiden Schöpfer ihren "antiautoritären Garten" nennen.

Hier gedeiht eine Mischkultur zwischen Obst-, Gemüse und Zierpflanzen. Diese spart Platz und in heißen, trockenen Phasen auch Wasser. Die verschiedenen Pflanzen beeinflussen sich gegenseitig positiv, was in diesem Naturgarten unschwer zu erkennen ist. Ein kleiner Teich in der Mitte schafft ein kühlendes, feuchtes Mikroklima und zieht zusätzlich Libellen und Amphibien an.

Die Vorteile eines strukturreichen Gartens waren schon unseren Vorfahren bekannt. Nach einigen Jahren eines falsch verstandenen Ordnungssinns wird dieses Wissen wieder zunehmend populär. Durch den Verzicht auf ständiges Rasenmähen und „Unkraut“ jäten steigt der Erholungswert und lässt mehr Zeit fürs „Naturgucken“.

Der größte Mehrwert eines Naturgartens ist allerdings die Artenvielfalt, die sich nach kurzer Zeit einstellt. Insekten können oft mit den durch Züchtung entwickelten Kulturpflanzen nichts anfangen. Wildpflanzen hingegen sind Bestandteil unseres heimischen Ökosystems und durch ständige Anpassung an ihren Lebensraum resistenter gegen Krankheiten und Umwelteinflüsse.

Beweis hierfür ist der "antiautoritäre Garten" von Iris und Frank, aus dem ich mir viele Anregungen holen konnte. Macht es ihnen nach und

    ...  bleibt neugierig!

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