Wehrhafte Nützlinge
Der Orionid
13. Mai 2021 / Ausgabe 2

(S.St.) Kuckuck. Hier schaut mich eine Deutsche Wespe (Vespula germanica) an. Zu erkennen ist sie an den drei Punkten auf dem Kopfschild, wobei der mittlere Punkt - wie auf diesem Foto - auch als Streifen ausgebildet sein kann.

Die Deutsche Wespe gehört zur Familie den Faltenwespen, da sie in Ruhe ihre Flügel auf dem Rücken längs zusammenfaltet. Sie gehört, wie auch die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) und die Hornisse (Vespa crabo), zu den staatenbildenden Insekten. Jetzt im Frühjahr beginnen die Königinnen, die den Winter im Dämmerschlaf verbracht haben, mit dem Nestbau. Als Baugrund dienen dunkle Orte unter Dächern oder in Rollkästen. Verlassene Mäusebauten oder hohle Obstbäume werden ebenfalls gern genutzt.

Das Material für den Nestbau besteht meist aus Totholz, wodurch die Nester eine graue Farbe haben. Wer ein solches Nest schon einmal in den Händen halten konnte, hat sicherlich die muschelartige Oberfläche bewundern können.

Die Arbeiterinnen sind auf Kohlenhydrate angewiesen und ernähren sich in der Hauptsache von Baum- und Obstsäften und Nektar. Bei dieser Nahrungsaufnahme bestäuben sie zahlreiche Pflanzen. Um die Larven mit proteinreichem Futter zu versorgen, wird auch kein Aas verschmäht. Wespen haben eine wichtige Funktion im Ökosystem und sorgen dafür, dass verendete Kleinsäuger oder Vögel beseitigt werden. Nicht zuletzt halten sie Stechmücken und andere Blutsauger von uns fern.

In der Regel gehören sie nicht zu den aggressiven Insekten und haben keinerlei Interesse an Menschen. Sollten sie einem doch einmal zu nahe kommen, heißt es „Ruhe bewahren!“. Hektische Bewegungen werden als Bedrohung wahrgenommen und die Tiere schalten in einen Verteidigungsmodus. Auch vom Anpusten wird abgeraten. Das in unserer Atemluft vorhandene CO2 wird als Alarmsignal gewertet und die Tiere befürchten einen Angriff.
Sollte es dennoch zu einem Stich gekommen sein, helfen altbewährte Hausmittel wie kühlende Umschläge, Eis bzw. Kühlpads oder Zwiebelsaft.

Wespen stehen unter Naturschutz und dürfen nicht getötet werden!

Also seid nett zu ihnen und ...   bleibt neugierig!

Der Orionid
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