Bläulinge
Der Orionid
04. Juni 2021 / Ausgabe 5

(S.St.) Wenn im normalen Sprachgebrauch von Schmetterlingen die Rede ist, sind meist die Tagfalter gemeint. Von den in Deutschland vorkommenden Schmetterlingsarten gehört der überwiegende Teil zu den Nachtfaltern. Ins Auge fallen uns eher die Tagfalter mit ihren bunt gezeichneten Flügeln. Die meisten Arten lassen sich anhand ihrer Flügelzeichnung gut bestimmen. Die bunten Muster werden durch Farbpigmente in den Schuppen erzeugt, mit denen die Flügel bedeckt sind. Es gibt aber auch Falter, bei denen die Schuppen farblos und hohl sind. Durch Lichtbrechung entsteht so ein wundervolles Schillern.

Eine weitere interessante Eigenschaft ist bei einigen Faltern ein ausgeprägter Dimorphismus. Das bedeutet, dass sich Männchen und Weibchen im Aussehen voneinander unterscheiden. Ein Beispiel hierfür ist die Familie der Bläulinge.

Von den in Deutschland vorkommenden sieben Familien bei den Tagfaltern ist die Gruppe der Bläulinge mit 46 unterschiedliche Arten die umfangreichste. Es handelt sich um kleine bis mittelgroße Falter. Die Männchen der meisten Arten sind auf der Oberseite der Flügel blau, was der Familie auch ihren Namen gab. Allerdings zählen zu dieser Gruppe auch die Feuerfalter und die Zipfelfalter, die mit ihren Farben vom namensgebenden Blau abweichen können.

Der Dimorphismus bei den Bläulingen zeigt sich darin, dass die Weibchen im Gegensatz zu den Männchen auf der Oberseite ihrer Flügel meist braun sind.

Wichtig zur Artbestimmung ist auch die Unterseite der Flügel. Sie weist ein sehr charakteristisches Muster auf, welches bei jeder Bläulingsart anders ist. Wer einen Bläuling genau bestimmen möchte, sollte sich unbedingt ein Foto der Flügelunterseite sichern.

Auch im Wappen des Entomologischen Vereins ORION ist ein Bläuling zu sehen. Bei diesem handelt es sich um den Fetthennen-Bläuling (Scolitantides orion).

Viele Tagfalter sind auf bestimmte Pflanzen angewiesen, wie z.B. der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris nausithous). Diese Art ist direkt von ihrer Wirtspflanze, dem Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) abhängig. Verschwindet die Pflanze, kann auch dieser wunderschöne Falter nicht überleben.

daher schützt Feuchtwiesen und Brachflächen

und    ...  bleibt neugierig!
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